Nach Kurzschluss "Curiosity" legt wieder Zwangspause ein
Selfie von "Curiosity": Ein Kurzschluss legt den Mars-Rover erneut lahm.
Foto: DPA/ NASAPasadena - Die Pannen-Serie auf dem Roten Planeten reißt nicht ab. Nach einem Problem mit der Elektronik muss der Mars-Rover "Curiosity" wieder eine Zwangspause einlegen. Bei dem Forschungsroboter sei vor wenigen Tagen eine Veränderung der Stromspannung entdeckt worden, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Ingenieure glauben, es handele sich um eine Art Kurzschluss.
Daraufhin sei der Rover zunächst außer Betrieb genommen worden und werde derzeit untersucht. Das Ganze sei aber eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte Nasa-Manager Jim Erickson. "Das Fahrzeug ist sicher, stabil und voll funktionsfähig." Analysen ergaben, dass es drei Spannungsveränderungen gegeben hatte, bevor der Abfall dauerhaft gemessen wurde.
Die Nasa-Experten teilten in einem Status-Bericht mit, es handele sich womöglich um einen "sanften Kurzschluss". Dieser entstehe durch ein Loch in einem teilweise leitenden Bauteil - im Gegensatz zu einem "harten Kurzschluss", der durch ein ungeschütztes Kabel entstehe, das ein anderes berührt. Das Team ortete laut Bericht einen Spannungsabfall zwischen dem Fahrgestell und der Hauptleitung, die den Strom im gesamten Roboter verteilt.
Curiosity landete mit einer elektrischen Spannung von 16 Volt im August 2012 auf dem Mars. Gleich darauf erwischte der erste Kurzschluss den Roboter - die Spannung fiel auf 11 Volt. Nach dem nun festgestellten zweiten Kurzschluss ist die "Hauptleitung-zu-Gehäuse-Spannung", wie es im Bericht heißt, weiter auf vier Volt abgefallen. Das elektrische System des Mars-Rovers sei jedoch so flexibel, dass es auch in diesem Bereich und noch darunter arbeiten könne.
Es ist nicht die erste Zwangspause für "Curiosity". Im Februar und im März dieses Jahres legten Softwarefehler den Roboter lahm. In beiden Fällen setzten die Wissenschaftler "Curiosity" in den Ruhemodus. Wie viele andere Raumfahrzeuge besitzt der Rover für den Fall einer Technikstörung mehrere Hauptcomputer mit Untersystemen. Der Zweitcomputer übernahm im Februar die Steuerung wie teilweise auch schon während des mehr als achtmonatigen Fluges von der Erde zum Mars. Zur Erheiterung der Netzgemeinschaft twitterte "Curiosity" damals: "Nicht ausflippen: Ich bin gerade auf meinen Ersatzcomputer umgestiegen."
Der Rover rollt seit mehr als einem Jahr über den Mars und sucht dort nach Spuren von früherem Leben. Noch 2014 soll ein weiterer Rover auf dem Mars mit der Arbeit beginnen: Vor wenigen Tagen startete die Sonde "Maven" vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral. Nach insgesamt zehn Monaten Flugzeit soll die Sonde im September 2014 in der Mars-Atmosphäre ankommen und eine einjährige Forschungsmission beginnen.
Mars-Oberfläche: Steine, Sand und Wasserspuren
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es in diesem Artikel, "Curiosity" sei mit dem Eintreffen von "Maven" nicht mehr ganz allein auf dem Mars. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.