Nasa-Experiment "Dart" verfehlt sein Ziel
Washington/Moskau - Es war das erste Experiment seiner Art: Ein Roboter sollte eigenständig bis auf wenige Meter an einen Pentagon-Satelliten heranrücken, der in 750 Kilometer Höhe die Erde umkreist. Tatsächlich kam das Raumfahrzeug "Dart" ("Demonstration of Autonomous Rendezvous Technology") bis auf 90 Meter an sein Ziel heran. Die geplante Annäherung auf fünf Meter gelang allerdings nicht: Aus bisher ungeklärter Ursache kam es zu einem schnell voranschreitenden Treibstoffmangel, wie die Nasa mitteilte. Die Raumfahrtbehörde bugsierte "Dart" deshalb in eine sichere Umlaufbahn, so dass es später in der Erdatmosphäre verglühen wird.
Der Roboter war am Freitag vom Luftwaffenstützpunkt Vandenberg in Kalifornien an Bord eines Flugzeugs gestartet und dann mit einer Pegasus-Rakete ins All geschossen worden. Für die Nasa war das 110 Millionen Dollar teure Experiment zukunftsweisend, da nach dem Absturz des Space Shuttles "Columbia" im Februar 2003 mit sieben Toten eine intensive Debatte um die Risiken des bemannten Raumflugs einsetzte.
Die Nasa will künftig verstärkt unbemannte Raumfahrzeuge für Routinemissionen wie Reparatur- und Versorgungsflüge einsetzen. Projektmanager Jim Snoddy bezeichnete die 110 Millionen Dollar (85,5 Millionen Euro) teure "Dart"-Mission als Teilerfolg. "Wir haben versucht, was niemand zuvor versucht hat", sagte er. "Auf der Erde hat vieles funktioniert. Die Wahrheit ist aber, dass man im Weltraum perfekt sein muss."
Das wichtigste Instrument von "Dart" ist ein neuer Videosensor. Wenn automatische Fahrzeuge Raumfähren und Raumstationen versorgen sollen, müssen sie selbständig an ihr Ziel andocken können.
Neue Besatzung auf ISS eingetroffen
Besser als die Computer machten es an diesem Wochenende die Menschen: Nach einem problemlosen Flug brachte eine russische Sojus-Kapsel in der Nacht zum Sonntag deutscher Zeit eine neue Besatzung zur Internationalen Raumstation ISS. Als elfte Stammbesatzung übernahmen der russische Kosmonaut Sergej Krikaljow und sein amerikanischer Kollege John Phillips für ein halbes Jahr die Arbeit auf der Raumstation.
Der italienische Astronaut Roberto Vittori, der als dritter Mann in der Sojus mitflog, soll bis zum 25. April Experimente auf der ISS durchführen. Dann wird er mit den abgelösten ISS-Bewohnern Leroy Chiao und Salischan Scharipow auf die Erde zurückkehren.
Die elfte Besatzung wird zugleich als erste nach zweijähriger Pause wieder eine US-Raumfähre begrüßen. "Wir hoffen, dass die Shuttles in dem Zeitfenster zwischen dem 15. Mai und 3. Juni fliegen werden", sagte Nasa-Mitarbeiter Fred Gregory in Moskau. Nach dem Absturz der "Columbia" hatten die USA alle Flüge aus Sicherheitsgründen eingestellt. Die Last der Versorgung der ISS ruhte allein auf russischen Schultern.
Neben zwei Außeneinsätzen stehen Krikaljow und Phillips auch unangenehme Experimente bevor. Nach russischen Angaben sollen sie lebende Plattwürmer zerschneiden. Sie wollen testen, ob die Würmer sich in der Schwerelosigkeit genauso wieder vervollständigen wie auf Erden.