Nasa-Software Virtueller Sturzflug zum Mond
Dass Google mittlerweile fast überall seine Finger im Spiel hat, wird in der Internetgemeinde mit zunehmender Skepsis beobachtet. Ob Landkarten (Google Maps), Preisvergleiche (Froogle) oder ein 3D-Modell der Erde (Google Earth) - in immer mehr Bereiche expandiert der Suchmaschinenbetreiber. Selbst der Mond ist vor dem Giganten schon lange nicht mehr sicher. Mit Google Moon können Surfer in Satellitenkarten hineinzoomen, bis sie plötzlich nur noch Käse sehen - ein kleiner Scherz der Programmierer.
Spektakuläre Bilder: Der Mond in 3D
An diesem Punkt bietet die Nasa-Software "World Wind" wesentlich präzisere Informationen. In der neuen Version 1.3.3 macht das kostenlose Programm virtuelle Flüge über den Mond möglich. Man kann die Mondoberfläche auch so nah heranholen, dass man kleinste Strukturen erkennt. Die Bilddaten stammen vom US-Satelliten "Clementine", der 1984 zwei Monate lang den Mond umrundete und 1,8 Millionen Fotos schoss. Die Bilder haben die Wissenschaftler vom Ames Research Center der Nasa im Silicon Valley nun für "World Wind" aufgearbeitet.
Nach dem Start des Programms sieht der Benutzer den Mond zunächst aus sicherer Entfernung. Mit der Maus bringt man ihn zum rotieren; das Scrollrad sorgt für schnelle Zooms. Dabei werden die nötigen Bildinformationen dynamisch vom Nasa-Server nachgeladen.
Die Software funktioniert ganz ähnlich wie Google Earth - und hat übrigens auch die gleichen Funktionen. Nur bei der Auswahl der Himmelskörper gibt es einen Unterschied: Beim Nasa-Programm kann der Benutzer zwischen Erde und Mond wählen. Die Satellitenfotos der Erde haben eine Auflösung zwischen 500 und 1000 Metern; Bereiche der USA werden bis auf einen Meter genau dargestellt, Städte sogar bis auf 30 Zentimeter.
Besonders spektakulär ist das 3D-Modell des Mondes. Die Kamera kann beliebig über den Erdtrabanten bewegt werden. Dank der hohen Auflösung sind selbst kleine Krater innerhalb von größeren zu erkennen. "Wir haben die besten 'Clementine'-Fotos ausgewählt, so dass wir den Mond auf 20 Meter genau zeigen können", sagte Patrick Hogan, Nasa-Manager Projekts "World Wind". "Das ist eine Premiere." Niemand habe zuvor den Mond interaktiv in einem 3D-Modell erkunden können.