Nasa-Sonde "Stardust" Rendezvous am Valentinstag
"Stardust" (grafische Darstellung): Auf dem Weg zum Kometen Tempel 1
Foto: HO/ REUTERSWashinton - Ihre wilden Tage hat die Sonde "Stardust" eigentlich schon hinter sich. Immerhin rast sie schon seit mehr als zehn Jahren im Auftrag der durchs All. Höhepunkt war ein Besuch beim Kometen Wild 2. Dabei sammelte sie Material aus dem Kometenschweif, das sie später erfolgreich zur Erde zurückschickte. An den eingefangenen Partikeln fand sich später sogar ein Lebensbaustein, die Aminosäure Glycin.
Doch weil sich der Forschungsroboter anschließend noch immer unternehmungslustig zeigte, schickten ihn die Nasa-Manager nach einer Ruhepause auf eine weitere Mission. Und die steht nun kurz vor ihrem Höhepunkt. "Stardust" soll sich in der Nacht vom 14. auf den 15. Februar dem Kometen Tempel 1 bis auf rund 200 Kilometer nähern.
Kometen gehören zu den kleinsten Objekten im und bestehen aus einer Mischung aus Eis, Staub und Gestein. Viele der bekannten Kometen in unserer Nähe sind offenbar ursprünglich bei anderen Sternen entstanden. Sie wurden dann von der Gravitation der jungen Sonne eingefangen. Kometen bewegen sich häufig auf ellipsenförmigen Bahnen. Dabei kommen sie der Sonne sehr nahe. Die Wärme lässt die Himmelsobjekte antauen - und der oft spektakuläre Schweif entsteht.
Tempel 1 hatte schon einmal Besuch
Kometenstaub aus diesem Schweif kann "Stardust" diesmal freilich nicht mehr einsammeln. Die einzige Rückkehrkapsel ist ja längst verbraucht. Doch klappt alles nach Plan, wird die Sonde beim Vorbeiflug immerhin 72 hochauflösende Fotos schießen. Diese sollen Experten erstmals die Chance geben, Veränderungen auf der Kometenoberfläche im Detail zu dokumentieren.
Denn Tempel 1 war schon einmal Ziel einer US-Sonde. Im Jahr 2005 hatte "Deep Impact" einzigartige Bilder des Kometen geliefert. Die Sonde hatte ihn außerdem mit einem Projektil beschossen, das einen Krater auf der Oberfläche hinterließ. Die Nasa hofft nun auf Aufnahmen von dem Einschlagsloch und damit auf neue Erkenntnisse über die Zusammensetzung des Kometen und dessen Geschichte. Es gehe darum "zu sehen, wie sich ein mit der Zeit verändert", sagte Missionsleiter Joe Veverka.
Allerdings heißt es erstmal Daumendrücken. Denn ob es mit den Krater-Fotos klappt, ist nicht sicher. Schwierigkeiten sehen die Forscher etwa bei der Route der Sonde, die von der Erde aus navigiert werden musste. "Wir hoffen, dass der Krater nicht kamerascheu ist", sagte der stellvertretende Missionsleiter Steve Chensley.