Phosphor aus dem All Meteoriten lieferten Lebenselixier
Phosphor war für die Erde wie ein Lebenselixier, vermuten Matthew Pasek und seine Kollegen von der University of Arizona in Tucson. Erst dank dieser kosmischen Nahrungsergänzung habe sich das Leben entwickeln können. Die natürlichen Phosphorvorkommen der Erde allein hätten nicht ausgereicht, die grundlegenden organischen Verbindungen des Lebens aufzubauen.
Auf der Tagung der American Chemical Society in Philadelphia präsentierten die Wissenschaftler eine mögliche Lösung des Rätsels. In ihrer Studie vermischten sie Proben eines Eisenmeteoriten mit Wasser. Mit Hilfe der Magnetresonanz-Spektroskopie gelang es ihnen, in der entstandenen Lösung verschiedene Phosphorverbindungen nachzuweisen.
Eine dieser Verbindungen war den Phosphaten sehr ähnlich, aus denen der in den Zellen eingesetzte Energielieferant ATP besteht. Die Phosphorverbindung spielt außerdem bei der Fotosynthese eine Rolle. Phosphor wird auch für den Aufbau der DNS und von Zellwänden benötigt.
Woher die für das Leben notwendigen Mengen an Phosphor ursprünglich kamen, war bislang unbekannt. Pasek und seine Kollegen glauben nun, in den Meteoriten die gesuchte Quelle gefunden zu haben. Denn obwohl Phosphor mengenmäßig das für irdisches Leben fünftwichtigste Element ist, kommt es nur relativ selten vor. Es macht nur ein Tausendstel des Gewichts der Erdkruste aus und ist lediglich das zwölfthäufigste Element darin.
Sollten tatsächlich Meteoriten die Quelle des Phosphors sein, waren die Einschläge dieser Himmelkörper möglicherweise notwendig für das Entstehen von Leben auf der Erde und anderen Planeten, erklärt Dante Lauretta, einer von Paseks Mitarbeitern. Nur ein Sonnensystem, das über einen Asteroidengürtel und einen großen Planeten wie Jupiter verfügt, der die Asteroiden aus ihrer Bahn schleudert und im Sonnensystem verteilt, könne demnach sonnennahe Planeten mit ausreichenden Mengen an Phosphor versorgen.