Probleme mit Mars-Rover: "Spirit" hat Computerprobleme - DER SPIEGEL
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Probleme mit Mars-Rover "Spirit" hat Computerprobleme

Der Mars-Roboter "Spirit" bereitet der Nasa Sorgen: Mindestens zweimal ist sein Computer aus bislang unerklärlichen Gründen neu gestartet. An mangelnder Energie oder zu niedrigen Temperaturen kann es nicht liegen.
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Pasadena - Seit über fünf Jahren rollen "Spirit" und "Opportunity" über den Roten Planeten. Gut 21 Kilometer haben die beiden Roboter zurückgelegt, Krater erforscht, eine Viertelmillion Bilder zur Erde gesandt und Beweise gefunden, dass es auf dem Mars einst wesentlich mehr Wasser gab als bis dahin angenommen.

Nun ist bei "Spirit" ein bislang unbekanntes Problem aufgetaucht. In den vergangenen Tagen ist der Computer des Rovers mindestens zweimal neu gestartet. Warum, das können die Nasa-Experten bislang nicht erklären. "Wir wissen, dass die Batterien geladen sind, dass die Solarzellen Energie liefern und dass die Temperaturen im erlaubten Bereich liegen", sagte John Callas, zuständiger Projektmanager am Jet Propulsion Laboratory der Nasa in Pasadena (Kalifornien).

Der Rover befindet sich nach Angaben von Callas in einem sogenannten Automode-Status. Dieser werde wohl noch eine Weile anhalten, solange das Problem auf der Erde analysiert werde. Die Computerprobleme könnten mit einem Update in Zusammenhang stehen, dass die Nasa-Experten der an der Bord-Software des Rovers vorgenommen hatten. "Uns ist bewusst, dass wir es mit einem alternden Rover zu tun haben", sagte Callas, "und es könnte sich hier um altersbedingte Probleme handeln".

In den vergangenen fünf Wochen hat "Spirit" 119 Meter zurückgelegt. Er soll ein Plateau mit dem Namen "Home Plate" umfahren, um an dessen Südseite zu gelangen. Dass sowohl "Spirit" als auch "Opportunity" fünf Jahre nach der Landung Anfang 2004 noch funktionieren, ist eine große Überraschung. Ursprünglich hatte die Nasa mit einer Betriebszeit von rund drei Monaten gerechnet.

Die Forscher waren davon ausgegangen, dass der Staub den beiden Mars-Robotern schnell ein Ende bereiten würde. Er setzt sich auf den Sonnensegeln fest und verringert somit mehr und mehr die Energiezufuhr. Einzig der Wind hilft den Robotern, die Sonnensegel wieder zu reinigen. Doch offensichtlich kommen die Roboter mit den extremen Bedingungen auf dem Mars besser zurecht als gedacht.

Im März wollte die Nasa die beiden nahezu unverwüstlichen Rover aus Geldmangel sogar schon stilllegen. Nach Protesten von Wissenschaftlern wurde dieser Vorschlag aber wieder zurückgezogen. Hintergrund der Stilllegungspläne waren Budgetprobleme beim Nachfolger von "Spirit" und "Opportunity". Das 850 Kilogramm schwere "Mars Science Laboratory" (MSL) sollte sich im Herbst auf den Weg zum Roten Planeten machen. Im Dezember wurde der Start jedoch wegen technischer Probleme auf 2011 verschoben. Die Verzögerung kostet die US-Steuerzahler rund 400 Millionen Dollar zusätzlich.

hda/AP