Pulsare Kosmische Uhren sollen Einstein beweisen
Weltraumuhren: Gleich 17 neue Millisekunden-Pulsare haben Astronomen entdeckt
Foto: NASA / DOE / Fermi LAT CollaborationAtomuhren bekommen echte Konkurrenz aus dem Weltraum: Radioastronomen um Paul Ray vom Naval Research Laboratory in Washington haben jetzt 17 Pulsare im All entdeckt. Sie sind Überbleibsel massereicher Sterne, die extrem schwer zu finden sind und fast nur noch aus Neutronen bestehen, den elektrisch neutralen Teilchen von Atomkernen. Dass sein Team mit einem Schlag 17 Millisekunden- Pulsare aufgespürt hat, ist für Astronomen ein enormer Fortschritt. Der erste Millisekunden-Pulsar wurde vor 28 Jahren entdeckt. Seitdem haben Wissenschaftler insgesamt nur 60 solcher Pulsare entdeckt.
Pulsare strahlen permanent Radiowellen ab. Weil sie sich ständig rasend schnell um ihre eigene Achse drehen, blinken sie in der Nacht wie Leuchttürme am Himmelszelt. Sehr präzise Leuchttürme allerdings: Ihr Takt ist exakter als jede Uhr auf der Erde, Sie sind bis auf die Mikrosekunde verlässlich. Mit diesen Super-Zeitmessern könnte man sogar Gravitationswellen aufspüren, dem Schlüssel zu Einsteins Relativitätstheorie. Diese Wellen zu finden, ist bislang noch niemandem gelungen, obwohl es zahlreiche Forschungsprojekte auf verschiedenen Wegen versuchen.
Gravitationswellen sind winzige Krümmungen der Raumzeit. Wenn Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie stimmt, müssten diese Zeitkrümmungen im All feststellbar sein. Hier sollen die Pulsare helfen: Die Astronomen möchten Zeitverschiebungen zwischen den im All verstreuten Pulsaren messen, um so auf Krümmungen der Raumzeit zu stoßen. Ray ist optimistisch, sich nun tatsächlich dem Beweis anzunähern.
Ihren Erfolg verdanken die Forscher einem Trick: Bei ihrer Suche nach Pulsaren bedienen sie sich der Daten des Fermi-Gammastrahlen-Weltraumteleskops der Nasa . Sie dienen den Forschern als Wegweiser, denn mit ihren Radioteleskopen suchen sie genau dort im All, wo das Fermi-Teleskop hoch-energetische und bisher unbekannte Objekte aufspürt. Denn genau dort könnten Pulsare sein. "Es ist, als hätten wir eine Schatzkarte", sagt Ray.
Um nach weiteren Pulsaren zu suchen, hat Ray das "Fermi Pulsar Search Consortium" gegründet und Experten um sich versammelt. Mit den größten Radioteleskopen der Welt scannen sie den Himmel nach Millisekunden-Pulsaren ab - in der Hoffnung, Einstein einmal beweisen zu können.