Raumfähre "Discovery" Nasa verschiebt Shuttle-Start
Cape Canaveral - Eine hartnäckig dichte Wolkendecke zwang die Nasa zu der Start-Verschiebung. Der Space Shuttle soll nun am Sonntagmorgen um 2.47 Uhr deutscher Zeit abheben. Die Wetteraussichten machen allerdings auch den neuen Starttermin ungewiss. Die Wahrscheinlichkeit für geeignete Bedingungen wurden mit nur 30 Prozent angegeben. Die Nasa hat noch bis zum 17. Dezember Zeit, die "Discovery" auf den Weg zu bringen - dann schließt sich das Startfenster vorläufig.
Der Spaceshuttle soll zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen. Dort soll die Besatzung wichtige Ausbauarbeiten vornehmen. Wegen der Verzögerung muss auch der Deutsche Thomas Reiter zumindest ein klein wenig länger als geplant im All bleiben. Zur siebenköpfigen Besatzung der "Discovery" gehört nämlich die Amerikanerin Sunita Williams, die Reiter als Langzeitbewohnerin des Außenpostens im All ablösen soll. Der Astronaut der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa hält sich seit fünfeinhalb Monaten in der Station auf und soll mit der "Discovery" wieder zur Erde zurückkehren.
Vorher wird auf die Shuttle-Besatzung aber noch der bisher komplizierteste Einsatz beim Ausbau der ISS zukommen. So soll bei drei Ausstiegen eine containergroße Halterung an der Außenwand der Station angebracht werden. Daran sollen später Sonnensegel montiert werden. Außerdem muss die Crew das Stromkabelsystem verbessern und das Hauptkühlsystem der Station aktivieren.
Seit dem "Columbia"-Unglück am 1. Februar 2003 hatte die Nasa ihre Raumfähren nur bei Tageslicht auf den Weg geschickt, um sicher zu gehen, dass etwaiger vom Außentank abfallender Schaumstoff auch von den mehr als 100 beim Start eingesetzten Kameras erfasst wird. Das Absprengen von Schaumstoffstücken hatte seinerzeit zum Auseinanderbrechen der "Columbia" beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und zum Tod aller sieben Astronauten an Bord geführt.
Die Nasa will aber nach eigenen Angaben von nun an Shuttles auch wieder im Dunkeln starten lassen, weil Tests ergeben haben, dass die Feststoffraketen bei Zündung genügend Licht für die Kamera-Bilder erzeugen.
hen/dpa/Reuters