Raumfähre "Discovery" Wolken gefährden Shuttle-Start
Cape Canaveral - Wegen der ungünstigen Wettervorhersage hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa die Startchancen zuletzt auf 40 Prozent herabgestuft. Die erwarteten Wolken in einer Höhe von 900 Metern wären zu tief für einen Start, der für 21.35 Uhr Ortszeit (Freitag 3.35 Uhr MEZ) geplant ist.
"Eine Kaltfront mit Regen und einer Wolkendecke bewegt sich auf die Region von Cape Canaveral zu", sagte Nasa-Meteorologin Cathy Winters. Zumindest die technischen Probleme schienen dagegen gelöst: "Es hat sich alles geklärt, wir schauen jetzt nur noch aufs Wetter", erklärte Nasa-Sprecherin June Malone.
Auch für das Wochenende sagten die Meteorologen keine besseren Startbedingungen für die "Discovery" voraus. Für Freitag erwarteten sie zudem noch starke Windböen. Für zusätzliches Kopfzerbrechen sorgte schlechtes Wetter in drei Überseebasen in Spanien und Frankreich, die für eine mögliche Notlandung des Shuttles zur Verfügung stehen. Die Nasa will erst dann grünes Licht für den Start geben, wenn an mindestens einem dieser Orte eine gute Wetterlage herrscht.
Die Nasa hat noch bis zum 18. Dezember Zeit, um die "Discovery" auf den Weg ins All zu bringen. Es wird befürchtet, dass es bei einem späteren Start der zwölftägigen Mission zum Jahreswechsel Probleme bei der Datumsumstellung in den Computern an Bord des Shuttles geben könnte.
Es ist die 33. Reise der "Discovery" in den Weltraum. Erstmals seit vier Jahren ist der Start eines Shuttles wieder im Dunkeln angesetzt. Nach dem Absturz der "Columbia", bei dem 2003 alle sieben Astronauten an Bord ums Leben kamen, bestand die Nasa auf Tageslicht, um den Start genau überwachen zu können. Probleme mit den betagten Raumfähren gab es trotz vieler Nachbesserungen immer wieder - unter anderem mit herunterfallendem Isolierschaum.
An Bord der "Discovery" sollen sieben Astronauten, darunter zwei Frauen, zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Die Mission gilt als eine der schwierigsten in der Geschichte der Shuttle-Flüge: Die Raumfähre soll während ihrer zwölftägigen Mission eine elf Millionen Dollar (8,3 Millionen Euro) teure Metallstruktur für den Ausbau der ISS befördern und an der Raumstation montieren. Die Besatzung soll zudem das Elektro- und das Klimasystem der Station erneuern. Geplant sind drei Weltraumspaziergänge von insgesamt rund 20 Stunden Dauer. Wenn der Shuttle wieder von der ISS ablegt, soll er den deutschen Astronauten Thomas Reiter mit zur Erde zurücknehmen, der seit Juli an Bord der Raumstation ist.
hda/AP/dpa