Raumfahrt: "Atlantis"-Start verschiebt sich - DER SPIEGEL
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Raumfahrt "Atlantis"-Start verschiebt sich

Die Nasa hat den für Sonntag geplanten Start der Raumfähre "Atlantis" um einen Tag verschoben. Gründe dafür sind schlechtes Wetter und ein Blitzeinschlag.
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Cape Canavaral - Das Space Shuttle soll nun am Montag um 22.04 Uhr vom Raumfahrtzentrum Cape Canaveral abheben, teilte die NASA am Samstag mit. Am Freitag sei ein Blitz an der Startrampe eingeschlagen. Es müsse zunächst untersucht werden, ob dies Auswirkungen auf das Startmanöver habe. Ingenieure stellten den Angaben zufolge einen verkohlten Geruch im Kabelsystem fest. Der zweite Grund für den Aufschub seien die Gewitterstürme, die für Sonntag vorausgesagt wurden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unwetter über das Startgebiet in Florida zieht, lag zuletzt bei 60 Prozent.

Die bisherige Planung sah vor, dass die "Atlantis" am Sonntag um 16. 30 Uhr (Ortszeit, 22.30 Uhr MESZ) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral abhebt. Nach einem erfolgreichen Testflug des Space Shuttles "Discovery" im Juli hatte die US-Weltraumbehörde NASA beschlossen, den regulären Betrieb der Raumfähren wiederaufzunehmen. Die Weltraumfähre soll mehrere große Bauteile mit einem Gewicht von rund 17,5 Tonnen zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Die Shuttle-Besatzung von sechs Astronauten unter Leitung von Brent Jett will die neuen Teile auf ihrer elftägigen Mission unter anderem bei drei komplizierten Außenbordeinsätzen montieren.

Die Arbeiten an der auch mit deutscher Beteiligung konstruierten, halbfertigen ISS waren nach dem Verlust der Raumfähre "Columbia" 2003 unterbrochen worden. Dienten die vergangenen zwei Shuttle-Flüge vor allem dazu, neue Sicherheitsmaßnahmen zu testen, sollen die Astronauten nun insbesondere ein neues Energiemodul anbringen. Die Raumstation, bereits jetzt das größte jemals gebaute Raumfahrzeug, gewinnt dadurch etwa weitere 17 Tonnen an Masse und verändert auch ihr Aussehen.

Das Energiemodul mit den dazugehörenden zwei weiteren Sonnenkollektoren sollte ursprünglich im Mai 2003 an die 100 Milliarden Dollar teure Station angebracht werden. Wegen der Verzögerung infolge der "Columbia"-Katastrophe waren Teile der Ausrüstung seit Jahren verpackt, wurden in dieser Zeit aber auch immer wieder überprüft.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa befürchtet jedoch, dass zum Beispiel die Kollektoren beim Ausfahren stecken bleiben könnten. Sollten größere technische Probleme auftreten, könnten die geplanten drei Außeneinsätze der Astronauten um einen weiteren ergänzt werden.

"Das hat sich lange hingezogen", sagte am gestrigen Donnerstag Robbie Ashley, der für die Fracht der "Atlantis" zuständig ist, über die Sonnensegel. "Wir wollen in der Umlaufbahn sehen, wie sie den Job machen, für den sie gebaut wurden."

Die Zeit drängt beim Bau der Station. Nur die Raumfähren sind in der Lage, die größten Teile in die Umlaufbahn zu hieven, und die verbliebenen Schiffe sollen 2010 außer Dienst gestellt werden. Bis 2010 hat die NASA insgesamt 16 Flüge zur ISS geplant.

hda/fok/Reuters/AFP/dpa/AP

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