Raumfahrt Mit der Dampfmaschine ins All
London - Bald könnten sich kleine Raumfahrzeuge mit Wasserdampf durchs All bewegen, glaubt ein Forscherteam um Fei Tang von der Tsinghua-Universität in China. Wie das Fachmagazin "New Scientist" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, haben die Wissenschaftler einen Miniaturantrieb entwickelt, der bei leichten Satelliten herkömmliche Treibstoffe wie das giftige und explosive Hydrazin überflüssig machen soll.
Das Triebwerk besteht aus zwei weniger als ein Quadratzentimeter großen Siliziumscheiben. Die eine ist mit einem Zuleitungskanal für Wasser sowie einer Verdampfungskammer ausgestattet, die zweite besitzt eine Austrittsdüse. Um Schub zu erzeugen, werden einige Tropfen Wasser in die Kammer gepumpt und schnell erhitzt, so dass Wasserdampf mit einer Geschwindigkeit von bis zu 28 Meter pro Sekunde aus der Düse gepresst wird. Den nötigen Strom liefern Batterien oder Solarzellen.
Tang und seine Kollegen konstruierten ihr Triebwerk speziell für kleine Satelliten mit einem Gewicht von bis zu einem Kilogramm. "Andere Antriebssysteme sind entweder zu schwer oder zu groß für solche Satelliten", erklärt der Wissenschaftler. Die neuzeitliche Dampfmaschine könnte sich auch für Miniatursonden in Mikrochipgröße eignen: Die bräuchten neben dem Triebwerk nur eine kleine Kamera, eine Batterie und einen Wasservorrat.