Raumfahrt Nasa verschiebt Shuttle-Flug auf 2006
Washington - Wie die US-Raumfahrtbehörde mitteilte, wurde der für Ende September angesetzte Start endgültig gestrichen, weil die Probleme mit der Schaumstoffisolierung des Außentanks andauern. Außerdem solle der nächste Flug nun nicht mit der "Atlantis", sondern erneut mit der "Discovery" stattfinden, die erst in der vergangenen Woche aus dem All zurückgekehrt war. Bei der nächsten Shuttle-Mission, die demnach frühestens am 4. März 2006 beginnen kann, soll der deutsche Astronaut Thomas Reiter ins All fliegen. Ein Nasa-Sprecher in Houston sagte, die Crew bleibe unverändert.
Nasa-Manager Bill Gerstenmaier sagte, bei der Untersuchung der Probleme mit der Isolierung des externen Tanks gebe es zwar gute Fortschritte. Mit der Verschiebung auf März wolle sich die Nasa aber "reichlich Zeit" geben, um die Probleme zu lösen.
Die "Discovery" war die erste US-Raumfähre, die seit dem "Columbia"-Unglück im Februar 2003 wieder ins All gereist war. Während des Discovery-Starts waren aber dieselben Probleme aufgetreten, die das "Columbia"-Desaster verursacht hatten. Damals hatte ein beim Start abgeplatztes Schaumstoffstück vom Außentank ein Loch in den Hitzeschutzschild der Raumfähre geschlagen. Alle sieben Astronauten kamen ums Leben, als die "Columbia" beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühte.
Trotz zweieinhalbjähriger Unterbrechung des Shuttle-Programms und einer Generalüberholung der Raumschiffe platzte dann beim Start der "Discovery" erneut ein größerer Schaumstoffbrocken vom externen Tank ab, traf aber diesmal nicht den Raumgleiter. Außerdem gab es noch eine Reihe weiterer technischer Probleme während der Mission. Die Nasa kündigte deshalb schon während des "Discovery"-Fluges an, dass alle weiteren Shuttle-Flüge bis auf weiteres ausgesetzt seien.
Erst gestern musste die Raumfahrtbehörde heftige Kritik von unabhängigen Experten einstecken. Sieben der 26 Mitglieder eines Kontrollgremiums, das die Umsetzung der nach dem "Columbia"-Unglück gestellten Vorgaben überwachen sollte, machten der Nasa schwere Vorwürfe. Die Raumfahrtbehörde habe bei der "Discovery"-Mission den Zeitplan über die Sicherheit gestellt, hieß es. Auch die Strukturfehler innerhalb der Nasa, die zum "Columbia"-Unglück beigetragen hätten, bestünden zum Teil weiter.