Raumfahrt: "Opportunity" auf Mars-Spritztour - DER SPIEGEL
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Raumfahrt "Opportunity" auf Mars-Spritztour

Eine Woche war der Mars für das Roboter-Fahrzeug nur ein exotischer Parkplatz. Jetzt durfte "Opportunity" seine sechs Räder in Bewegung setzen. Während die Nasa feierte, mussten die Kosmonauten auf der internationalen Raumstation ISS schuften. Gut 2,4 Tonnen frisch angelieferter Nachschub müssen ausgeladen werden.
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Begleitet vom Jubel der US-Weltraumbehörde Nasa in Pasadena hat der Rover "Opportunity" am Samstagmorgen seine erste vorsichtige Erkundungsfahrt auf dem Mars begonnen. Eine Woche nach seiner Ankunft auf dem Roten Planeten startete der Rover von seinem Landegerät aus. Alle sechs Räder hatten den Nasa-Angaben zufolge nach dem Verlassen der Rampe des Landegeräts sofort festen Bodenkontakt. Das erste übermittelte Schwarz-Weiß-Foto zeigt das verlassene Landegerät und die Räderspuren des Rovers.

Zunächst legte der Roboter sehr langsam etwa drei Meter in zwei Minuten zurück. Erste Aufgaben seien weitere Aufnahmen vom Mars sowie Untersuchungen des Bodens. Bei den ersten Bewegungen des Rovers schallte aus den Lautsprechern des Nasa-Zentrums in Pasadena der Song "Going Mobile" von der Rock-Gruppe The Who.

"Opportunity" war am 24. Januar auf dem Mars gelandet und soll wie sein drei Wochen zuvor eingetroffener Zwilling "Spirit" auf dem Planeten nach Spuren von Wasser suchen. Computerprobleme hattem "Spirit" vor zehn Tagen vorübergehend lahm gelegt. Die Nasa-Wissenschaftler in Pasadena hoffen, dass der Rover im Laufe des Wochenendes seine volle Funktionsfähigkeit zurückerhält.

"Opportunity" hatte am Freitag die Nasa-Experten mit der möglichen Entdeckung von eisenoxidhaltigem Mineral an seinem Landeplatz - ein kleiner Krater in der Ebene Meridiani Planum - in Aufregung versetzt. Eisenoxid bildet sich meistens in Gegenwart von Wasser, etwa auf dem Grund von Seen oder in heißen Quellen, aber auch aus Lava und ohne Wasser.

Ob es sich bei der Entdeckung mit Hilfe eines Spezial-Spektrometers tatsächlich um Eisenoxid handelt, war bis zum Samstag noch ungeklärt. Die Mineral-Ablagerung war bereits zuvor vom Orbiter "Mars Global Surveyor" entdeckt worden, was bei der Auswahl von "Opportunitys" Landeplatz eine große Rolle gespielt hatte.

Russischer Frachter brachte Vorräte auf Internationale Raumstation

Während "Opportunity" auf dem Mars auf eine erste Spritztour ging, wurde in Erdnähe hart gearbeitet. Ein unbemannter russischer Raumfrachter vom Typ Progress brachte am Samstag Nachschub zur Internationalen Raumstation ISS. Das automatisch gesteuerte Ankoppelmanöver sei problemlos um 14.13 Uhr MEZ geglückt, teilte die russische Flugleitzentrale in Koroljow bei Moskau mit.

Seit dem Absturz der US-Raumfähre "Columbia" mit sieben Toten am 1. Februar 2003 liege die Last der Versorgung der ISS auf russischen Schultern, sagte der Leiter des Raketenbaukonzerns Energija, Juri Semjonow. "Morgen ist der erste Jahrestag der Tragödie, und dieses Jahr ist für uns nicht leicht gewesen." Trotzdem sei es gelungen, den Betrieb der Raumstation aufrecht zu halten und die Forschungen an Bord fortzusetzen.

Die beiden Raumfahrer Michael Foale und Alexander Kaleri sollten noch am Samstag mit dem Ausladen der Fracht aus der Progress M1-11 beginnen. Die ISS-Besatzung habe Privatpost, frisches Obst und neue DVDs für die knapp bemessene Freizeit erhalten, meldete die Agentur Itar-Tass. Außerdem habe der Frachter zwei Puppen eines europäisch-russischen Forschungsprojektes auf die ISS gebracht. An den Nachbildungen des menschlichen Körpers solle die Auswirkung von Weltraumstrahlung auf einzelne menschliche Organe gemessen werden.

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