Raumschiff-Mangel: Russland stoppt Touristenflüge ins All - DER SPIEGEL
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Raumschiff-Mangel Russland stoppt Touristenflüge ins All

Wegen des "Columbia"-Unglücks will Russland vorerst keine lukrativen Touristenausflüge in die Umlaufbahn veranstalten. Allerdings hat die Entscheidung eher praktische Gründe.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Vorläufig wird Russland keine Touristen ins Orbit befördern. Zwar verdiene das Land an den Flügen von Weltraumlaien nicht schlecht und wolle das Programm nicht vollständig aufgeben. "Aber jetzt sind natürlich alle kommerziellen Starts auf unbestimmte Zeit verschoben", sagte der Sprecher der Raumfahrtbehörde Rosawiakosmos, Sergej Gorbunow, am Montag in Moskau.

Weil die US-amerikanische Shuttle-Flotte wegen des Unglücks der "Columbia" auf unbestimmte Zeit am Boden bleiben muss, können Raumfahrer die Internationale Raumstation (ISS) vorerst nur mit den russischen "Sojus-TM"-Kapseln erreichen. Für 2003 stehen allerdings nur zwei Raumschiffe zur Verfügung.

Um eine völlige Räumung der ISS zu vermeiden, sollten die Kapseln für die Ablösung der Langzeitcrews genutzt werden und nicht für die sonst üblichen Taxi-Flüge, sagte Michail Sinelschtschikow, Leiter der Flugprogramme bei Rosawiakosmos. "Wir sollten uns auf den Wechsel der Besatzungen konzentrieren, nicht auf Besuche der ISS." Darüber werde mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa verhandelt.

Russland hatte 2001 den US-Amerikaner Dennis Tito und 2002 den Südafrikaner Mark Shuttleworth auf "Sojus"-Flügen mit zur ISS genommen. Beide hatten geschätzt je 20 Millionen US-Dollar dafür gezahlt.