Satellitenbild der Woche Debakel im Delta
Falschfarbenaufnahme des Mississippi-Deltas: Öl in sensiblen Küstengebieten
Foto: NASA / GSFC / METI / ERSDAC / JAROS / U.S. / Japan ASTER Science TeamNew Orleans - Mehr als einen Monat lang ist es dem britischen Ölkonzern BP nicht gelungen, die leckende Ölquelle am Grund des Golfs von Mexiko zu schließen. Die daraus resultierenden Öko-Probleme liefen zwar in Zeitlupe ab, weiten sich nun aber zum Debakel aus. Denn mittlerweile scheint klar: Die Folgen des Öllecks an Land und im Wasser dürften noch dramatischer sein als nach dem Untergang des Tankers "Exxon Valdez" im März 1989 vor der Küste von Alaska.
Diese Falschfarbenaufnahme des Nasa-Satelliten "Terra" (die Vegetation an Land ist rot dargestellt) zeigt, wie das Öl auf die sensiblen Küstengebiete im Flussdelta des Mississippi zusteuert. Aus den dortigen Marschlandschaften wird sich die schwarze Brühe nur mit großem Aufwand, stellenweise wohl überhaupt nicht entfernen lassen. Außerdem breitet sich das Öl durch starke Strömungen im Golf von Mexiko ungehindert aus. Und mit dem sogenannten Loop Current ziehen Teile des Öls sogar Richtung Florida und Kuba.
Inzwischen haben drei US-Bundesstaaten, Louisiana, Mississippi und Alabama, den Notstand für die Fischerei ausgerufen. Das ist wichtig, weil die betroffenen Regionen auf diese Weise auf Geld der Regierung in Washington hoffen können. Allein in Louisiana - von hier kommen bis zu 40 Prozent der Meeresfrüchte der USA - ist der Fischereisektor rund 2,4 Milliarden Dollar schwer und beschäftigt mehr als 27.000 Menschen.
Und auch die Küste ist längst von der Verschmutzung betroffen. Zunächst waren an den Stränden von Louisiana, Mississippi und Alabama nur einzelne Ölklumpen angeschwemmt worden. Doch mittlerweile gelten schon mehr als 160 Küstenkilometer als verseucht. In den Feuchtgebieten von Louisiana und an der Mississippi-Mündung haben seltene Vögel, Meeressäuger und andere Arten massive Probleme.
Wie es zu dem großen dunklen Fleck kommt, der links im Satellitenbild zu sehen ist, das wissen die Nasa-Experten übrigens nicht. Denn Öl ist es nicht, da sind sie sich sicher. Es sei möglich, dass der Fleck vom Einsatz von Ölbekämpfungschemikalien herrühre, oder von ausgelegten Ölsperren. Aber auch natürliche Gründe wie Unterschiede in der Trübung oder im Salzgehalt des Wassers seien möglich.