Satellitenbild der Woche Dunkle Wüstenblume
Black-Point-Lavastrom: Simulierte Mondmissionen in der Wüste
Foto: ESABerlin - Die Dimensionen der beeindruckenden Formation sind erst mit einigem Abstand richtig zu erkennen: Der Black-Point-Lavastrom im Norden des US-Bundesstaats Arizona ist etwa 20 Kilometer lang und 5 Kilometer breit. Dunkle basaltische Lava liegt hier bis zu 40 Meter dick auf den hellen Sedimenten aus dem Perm und Trias - seit 2,4 Millionen Jahren.
Das Bild wurde von einem Bewohner der Internationalen Raumstation (ISS) aufgenommen. Zum Einsatz kam dabei eine handelsübliche digitale Spiegelreflexkamera mit einem beeindruckenden 800-Millimeter-Objektiv. Mit einer noch viel stärkeren Vergrößerung hätte der Astronaut tief unter sich vielleicht ein paar irdische Kollegen erkennen können - auch wenn es so etwas im strengen Wortsinn natürlich nicht wirklich gibt.
Die geologischen Verhältnisse in diesem Teil Arizonas sind denen des Mondes sehr ähnlich. Deshalb nutzt die Nasa das Gebiet des Lavastroms, um die Ausstattung für zukünftige Mondmissionen zu testen - auch wenn alles andere als klar ist, ob diese jemals stattfinden werden. Die Untersuchungen laufen erst einmal weiter. In den vergangen Tagen - schon zum vierten Mal in Folge - machten sich Forscher auf, um in der Wüste Technologien für unseren Erdtrabanten zu testen. Sogar eine 14-tägige bemannte Mondmission wurde simuliert.
Der Black-Point-Lavastrom gehört zum San Francisco Volcanic Field, das zwischen der Stadt Flagstaff und dem Grand Canyon liegt. Hier gibt es rund 600 Vulkane. Einige von ihnen sind vor sechs Millionen Jahren ausgebrochen, einige noch vor rund 800 Jahren. Neue Vulkane werden in der zum Teil noch immer aktiven Region entstehen.