Satellitenbild der Woche Europa glänzt
Von Astronaut Mike Hopkins geschossenes Foto: "Hatten viele großartige Nachtflüge über Europa in der vergangenen Woche"
Foto: NASAWer nachts die Sterne beobachten will, hat in Europas Städten schlechte Karten. Zu viel Helligkeit in der Umgebung stiehlt dem Nachthimmel einen guten Teil seines Glanzes. Der Lichtsmog bringt weitere Probleme mit sich. Nicht nur für Insekten ist das nächtliche Licht eine Gefahr. Es soll auch den menschlichen Biorhythmus durcheinanderbringen, weil die Produktion des Hormons Melatonin aus dem Takt gerät. Und verschiedene nachtaktive Tiere werden von der Helligkeit in ihrer Wachphase empfindlich gestört.
Die internationale Dark Sky Association will Abhilfe schaffen, doch bisher sind nur wenige Ortschaften Mitglieder und verdunkeln sich nachts freiwillig. Allerdings finden sich einige Regionen und Naturschutzgebiete auf der Liste der zertifizierten "Dark Sky Parks" und "Reserves". Demnächst könnte ein deutscher Standort dazukommen, wie DER SPIEGEL kürzlich berichtete : Im Westhavelland können Hobbyastronomen sich im echten Nachtdunkel am Sternenhimmel erfreuen.
Lichtshow in London und Paris
Während die Lichtverschmutzung der Städte den Sternguckern die Nacht verhageln kann, bietet sie Erdguckern durchaus faszinierende Momente. Nasa-Astronaut Mike Hopkins, der derzeit auf der Internationalen Raumstation arbeitet, hat über seinen Twitter-Account ein Foto des erleuchteten Westeuropas veröffentlicht.
Wirklich dunkel sind auf der Aufnahme nur Wasserflächen. Mittig im Bild ist der Ärmelkanal zu sehen. Darüber ist die britische Hauptstadt London gut zu erkennen: der hellste Fleck auf der Insel. Auf dem Festland funkelt Frankreichs Hauptstadt Paris (links im Bild) heller als das gesamte Umland.
"Wir hatten viele großartige Nachtflüge über Europa in der vergangenen Woche", schrieb Hopkins zum veröffentlichten Foto. Es stammt aus der Dezembermitte, denn in der Weihnachtswoche war der Terminkalender der Astronauten prall gefüllt - und das nicht mit Feiern.
Selbst an Heiligabend konnten sie keine Pause einlegen. Mike Hopkins und Rick Mastracchio waren am 24. mehr als sieben Stunden im Außeneinsatz. Sie mussten eine neue Kühlpumpe installieren, nachdem einer der Kühlkreise der Station ausgefallen war.