Satellitenbild der Woche Gewässer mit Geschichte
Malawisee aus knapp 800 Kilometern Höhe: Einmalige Heimat für Fischarten
Foto: ESADer Malawisee gehört zu den ältesten Seen der Welt und ist eine Wiege des Lebens. Das beeindruckende Gewässer bildete sich, weil sich der afrikanische Kontinent an dieser Stelle, dem Ostafrikanischen Grabenbruch, langsam spaltet. Auch wenn das genaue Alter des Sees nicht bekannt ist, gehen Experten von mehreren Millionen Jahren aus. In jedem Fall hatte die Tierwelt der Region genug Zeit, um sich auf aufsehenerregende Art und Weise zu entwickeln - ungestört vom Rest der Welt.
Auf diesem Bild des Esa-Satelliten "Envisat" sind im drittgrößten See Afrikas großflächige Algenblüten zu sehen. Anrainerstaaten sind übrigens (Bildmitte), (oben rechts) und (unten rechts). Doch normalerweise ist der 560 Kilometer lange und bis zu 80 Kilometer breite Malawisee extrem klar. An seinem Südufer liegt das naturschützerische Herzstück des Gebietes, der Malawisee-Nationalpark. Seit 1984 gehört das Gebiet auch zum Weltnaturerbe der .
Das bis zu 700 Meter tiefe Wasser des Sees beherbergt rund 1000 Fischarten. Zu ihrem Schutz wurde der Park eingerichtet. Bekannt sind vor allem die maulbrütenden Buntbarsche, die sich in großer Zahl im See entwickelt haben. Zoologen vergleichen sie oft mit den ebenfalls isoliert lebenden Galapagos-Finken, die Charles Darwin entscheidende Ideen für seine Evolutionstheorie lieferten. Doch neben wissenschaftlichen Studien dienen die Buntbarsche des Malawisees auch deutlich profaneren Zwecken: Sie sind sehr beliebte Aquarienfische und werden auch nach Europa exportiert.
Auf den hiesigen Landkarten tauchte der Malawisee übrigens im Jahr 1859 erstmals auf. Damals hatte sich der britische Entdecker David Livingstone erstmals bis zu seinen Ufern vorgekämpft. Doch der Mensch und seine unmittelbaren Vorfahren leben schon sehr lange Jahren in der Region. Im Jahr 1991 fand das Team des deutschen Paläoanthropologen Friedemann Schrenk beim malawischen Dorf Uraha dafür einen eindrücklichen Beweis: den Unterkiefer eines Hominiden, der von einem Vertreter der ausgestorbenen Art Homo rudolfensis stammen soll - und mindestens 2,4 Millionen Jahre alt ist.