Satellitenbild der Woche: Lavalawinen am Wüstenberg
Satellitenbild der Woche Glühende Landschaften
Jahrtausende hatte der Nabro geschlafen, der Vulkan galt als erloschen; niemand hatte ihn auf der Liste. Als der Nabro dann - begleitet von starken Erdbeben - doch ausbrach am 12. Juni, machten Experten zunächst einen Nachbarvulkan für die Aschewolke verantwortlich. Ihnen erschien zunächst ausgeschlossen, dass der Nabro plötzlich erwacht sein sollte.
Mittlerweile brodelt der 2200 Meter hohe Vulkan seit fast zwei Wochen - und der zuvor karge Wüstenberg hat sich in ein Inferno verwandelt. Satellitenbilder der Nasa zeigen nun, was passiert ist: Ein fast 20 Kilometer langer Strom aus 1000 Grad heißer Asche und Lava hat sich die nordwestliche Flanke hinabergossen. Glühende Aschefontänen schießen in den Himmel. Und noch immer steht eine kilometerhohe dunkle Dampfsäule über dem Berg.
Zwar ist die Aschesäule deutlich geschrumpft; sie stieg anfangs 15 Kilometer hoch. Doch noch immer weht Asche über die Region. Die Regierung von Eritrea hat diese Woche ihre Hilfe für Ortschaften in der Nähe verstärkt, wie sie in einer Erklärung mitteilte . Die Wüstengegend ist zwar dünn besiedelt, gleichwohl mussten Menschen umgesiedelt werden.
Medienberichten zufolge hat die Asche des Vulkans eine bedeutende Salzmine zugeschüttet. Zudem wurden Wasserquellen und Felder verschmutzt. In den ersten Tagen der Eruption hatte die Aschewolke des Nabro bis weit nach Äthiopien hinein für Einschränkungen im Flugverkehr gesorgt - die Region hüllte sich in dichten Aschenebel. Flüge in Äthiopien, Eritrea und im Sudan mussten umgeleitet oder abgesagt werden. Auch die Außenministerin der USA, Hillary Clinton, bekam die Auswirkungen zu spüren; sie reiste vorzeitig aus Äthiopien ab.
Die Eruption kam plötzlich: Bewohner der Städte Afdera, Mekele und Semera hatten die vielen Explosionen gehört, Erdbeben erschreckten die Menschen. Doch selbst die Anwohner ahnten nicht, dass der Lärm vom Nabro kam. Auch sie kannten ihn nur als toten Berg. Inzwischen hat sich der Anblick verändert: Eine neue Landschaft sei um den Nabro herum entstanden, berichten lokale Medien - eine Landschaft aus glühender Asche und Lava.