Satellitenbild der Woche Schimmernde Einöde
Schlieren aus Sand und Fels: Am 24. Juni 2009 hat der japanische Satellit "ALOS" (Advanced Land Observing Satellite) diese Aufnahme von der Tanezrouft gemacht.
Foto: JAXA / ESAWie ein Meer in braun erstreckt sich die Tanezrouft zwischen Mali und Algerien. Hier gibt es nichts, kein Wasser, kein Holz, kein Gras. Eine lebensfeindliche Region, die nichts zu bieten hat außer Fels, Schutt und Geröll. Vegetation hat kaum eine Chance zu überleben, nicht einmal der Wüstensand ist hier weit verbreitet, starke Winde blasen immerzu - sie erodieren und formen die Landschaft.
1936 durchquerte Théodore Monod, einer der bedeutendsten Saharaforscher des 20. Jahrhunderts, erstmals die Tanezrouft-Wüste zu Fuß. Monod, 1902 in Frankreich geboren, brachte von etlichen Sahara-Expeditionen Erkenntnisse über Gesteine, Fossilien, Tiere und Pflanzen mit. Doch die Tanezrouft ist für den Naturforscher die trostloseste Einöde, die die Sahara zu bieten hat.
Vom Weltraum aus gesehen, zeigt sich die Tanezrouft-Landschaft in einem prächtigen Farbenspiel aus braunen, weißen und goldschimmernden Schlieren. Dunkelbraune Sandsteinhügel sind charakteristisch für die Region. Tiefe Felsschluchten mit Plateaus aus Stein zerklüften das Land, immer wieder durchsetzt von weißen Bänken aus Salz, einzelnstehende Felsen erkennt man an den konzentrischen Kreisen aus Sandstein. Und wie ockergelbe Sprenkel erscheint Erg Mehedjibat - eine Anhäufung von kleinen Sterndünen aus Sand. Dieser Typ wandert nicht, wie die meisten Dünen, vielmehr wird der Sand durch sich überlagernde Windrichtungen immer wieder umgeschichtet.
Die bedeckt etwa zehn Prozent des Afrikanischen Kontinents, insgesamt in etwa neun Millionen Quadratkilometer, und ist die größte Wüste der Welt. Die algerische Sahara macht mehr als 90 Prozent der gesamten Fläche des Landes aus. Obwohl die nordafrikanische Wüste ein unwirtlicher Ort zu sein scheint - künftig könnte die Sahara einen großen Beitrag zur Stromerzeugung leisten. Deutsche Firmen arbeiten bereits daran, Spiegelkraftwerke einzusetzen, die Energie aus der Sonneneinstrahlung erzeugen sollen.