Satellitenbild der Woche: Tödliche Narbe - DER SPIEGEL
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Satellitenbild der Woche Tödliche Narbe

Kilometerlang ist die Spur der Verwüstung, die ein Tornado durch die US-Stadt Joplin gezogen hat. Aus dem All ist gut zu erkennen, wo sich die Einwohner der versehrten Stadt um den Wiederaufbau kümmern müssen.
Tornadospur im Satellitenbild: "Es ist eine nationale Tragödie."
Tornadospur im Satellitenbild: "Es ist eine nationale Tragödie."

Tornadospur im Satellitenbild: "Es ist eine nationale Tragödie."

Foto: NASA/ GSFC/ METI/ ERSDAC/ JAROS
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In den Geschichtsbüchern der Stadt Joplin wird der 22. Mai 2011 für lange Zeit als Tag des Schreckens verzeichnet sein. An diesem Tag verwüstete ein Tornado die 50.000-Einwohner-Stadt im Südwesten des US-Bundesstaats Missouri. Mehr als 300 Kilometer pro Stunde waren die todbringenden Winde schnell, die alles in ihrer Nähe niederwalzten. In einem kilometerlangen Korridor war anschließend nichts mehr so, wie es einmal war.

Der Sturm beschädigte fast ein Drittel der Gebäude in Joplin, insgesamt etwa 8000. Auch das Krankenhaus und mehrere Schulen waren betroffen. Rund 140 Menschen starben bei der Katastrophe. Und für die Überlebenden wird der Wiederaufbau ihrer Heimat ein mühseliges und aufwendiges Unterfangen.

Ein aktuelles Satellitenbild zeigt die schweren Verwüstungen nun aus dem All. Aufgenommen hat es der Nasa-Satellit "Terra" - gut eine Woche nach dem Tornado. Wie eine Narbe zieht sich ein blaugrüner Querstrich von links nach rechts durch das Falschfarbenbild. Die Aufnahme des in Japan gebauten Aster-Instruments ("Advanced Spaceborne Thermal Emission and Reflection Radiometer") zeigt Vegetation in rot und Gebäude in blau.

"Es ist eine nationale Tragödie, und es wird darauf eine nationale Antwort geben", hat US-Präsident Barack Obama den Einwohnern der Stadt Mut gemacht. Es wird aber Monate, wahrscheinlich eher Jahre dauern, bis Joplin sein Gesicht zurückbekommt. Langsam läuft nun das Wegräumen des Schutts an. Das ist nicht ohne Tücken, so müssen sich die Arbeiter beim Aufräumen etwa vor dem Asbest aus alten Häusern schützen. Auch gefährlicher Sondermüll aus dem Krankenhaus ist durch den Wind weit verstreut worden.

Später sollen Fachleute langsam die Infrastruktur wiederherstellen, Stromleitungen zum Beispiel. Und erst anschließend können die Einwohner sich an den Wiederaufbau der Gebäude machen - damit die tödliche Narbe Stück für Stück aus dem Herzen von Joplin verschwindet.

chs

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