Schattiges Schauspiel: Der Mond verfinstert sich - DER SPIEGEL
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Schattiges Schauspiel Der Mond verfinstert sich

Nach der Mini-Sonnenfinsternis durch Merkur steht nun der zweite Akt der Schattenspiele bevor: Mit etwas Glück können Frühaufsteher am Freitag beobachten, wie der Mond in den Erdschatten tritt.
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In der letzten Woche übernahm Merkur die Aufgabe, eine ungewöhnliche astronomische Aufführungsreihe zu eröffnen: Der innerste Planet zog vor der Sonne vorbei und verursachte dadurch eine Mini-Finsternis. Auf diesen Vorgeschmack folgen nun zwei weitere Verdunklungen, bei denen jeweils der Mond eine der Hauptrollen spielt.

Zunächst steht er selbst im Mittelpunkt des Interesses: Am Freitagmorgen, kurz vor Sonnenaufgang, schiebt er sich in den Schatten der Erde. Auf dem Höhepunkt der totalen Mondfinsternis wird der Trabant aber nicht völlig schwarz sein, sondern kupferrot erscheinen. Dieses Phänomen geht auf Streulicht aus der Erdatmosphäre zurück, das dem Mond einen farbigen Schimmer verleiht.

Frankfurt: Mondschein über der Alten Oper

Frankfurt: Mondschein über der Alten Oper

Foto: AP
Wien: Im Schatten des Kreuzes

Wien: Im Schatten des Kreuzes

Foto: AP
Frankfurt: Farbenspiel am Fernsehturm

Frankfurt: Farbenspiel am Fernsehturm

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Erfurt: Finsternis über der Severikirche

Erfurt: Finsternis über der Severikirche

Foto: AP
Dubai: Der Erdtrabant auf dem Emirates Tower

Dubai: Der Erdtrabant auf dem Emirates Tower

Foto: AP
Liverpool: Der "Liver Bird" bewacht den Mond

Liverpool: Der "Liver Bird" bewacht den Mond

Foto: DPA
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Kuala Lumpur: Malaysia im Mondenschein

Kuala Lumpur: Malaysia im Mondenschein

Foto: REUTERS
Teheran: Finsternis im Islam

Teheran: Finsternis im Islam

Foto: AP
Beirut: Mondschein über der Moschee

Beirut: Mondschein über der Moschee

Foto: REUTERS
Venedig: Die Mondfinsternis und der Markusplatz

Venedig: Die Mondfinsternis und der Markusplatz

Foto: DPA
Amman: Mondsichel über dem Minarett

Amman: Mondsichel über dem Minarett

Foto: REUTERS
Linz: Der Mond verschwindet hinter der Pöstlingbergkirche

Linz: Der Mond verschwindet hinter der Pöstlingbergkirche

Foto: AP


Die letzte von Deutschland aus sichtbare totale Mondfinsternis ereignete sich am 6. Januar 2001. Doch das Schauspiel war auch in vielen anderen Ländern zu beobachten. Klicken Sie auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen

Die Mondfinsternis beginnt um 3.05 Uhr unauffällig, indem der Mond in den Halbschatten des Blauen Planeten eintritt (siehe Animation). Die eigentliche Verfinsterung fängt ab 4.02 Uhr an: Dann trifft der Kernschatten auf den Erdtrabanten. Der Höhepunkt des Schauspiels lässt sich bei gutem Wetter und einem geeigneten Standpunkt zwischen 5.13 Uhr und 6.06 Uhr verfolgen. Während dieser Zeit ist der Mond komplett verfinstert.

Allerdings geht der Mond für Beobachter in Deutschland bereits auf dem Maximum der Finsternis um 5.40 Uhr unter, zudem beeinträchtigt die Dämmerung das Spektakel. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann das Schauspiel jedoch in diesem Jahr noch einmal in ganzer Länge verfolgen: Bei der nächsten totalen Finsternis am 9. November wird der Mond während der Totalität hoch am Firmament stehen.

Wie der Merkurdurchgang ist auch die Mondfinsternis nur Vorspiel: Am 31. Mai besorgt eine Sonnenfinsternis den Schlussakt der Schattenspiele. Auch dabei gehört der Mond zu den Hauptakteuren - er schiebt sich vor das Zentralgestirn und sorgt in Mitteleuropa für eine Sonnenbedeckung zwischen 75 und 84 Prozent. Auf Island wird sogar eine spektakuläre ringförmige Finsternis erwartet.

Die Beobachtung der Verfinsterung ist jedoch nur mit speziellen Schutzbrillen ratsam - sie sind entweder bei Augenoptikern oder zum Beispiel über den Astronomie-Versand Astromedia  erhältlich. Falls das Wetter nicht mitspielt, bietet sich Finsternispilgerern am 23. November eine zweite Chance - allerdings ist diese Sonnenfinsternis nur von der südlichen Halbkugel aus sichtbar.

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