Schlechtes Wetter "Discovery"-Start verschoben
Cape Canaveral - Die Discovery war bereits voll getankt; die sieben Astronauten saßen angeschnallt in ihren Sitzen. Die Nasa hatte kurz vor dem Start in technischer Hinsicht grünes Licht für den Start gegeben. Danach musste nur noch entschieden werden, ob die Wetterbedingungen einen Start zuließen.
Die Verantwortlichen der Nasa sorgten sich um die dichten Wolken am Himmel über dem Kennedy Space Center in Florida. Wie die Europäische Raumfahrtbehörde Esa erklärte, war 30 Kilometer von Cape Canaveral entfernt ein Gewitter aufgezogen. Nun ist geplant, dass die "Discovery" am Sonntagabend um 21.26 Uhr MESZ abhebt.
"So ist die Raumfahrt", sagte der ehemalige Chef des Esa-Astronautenzentrums, Ernst Messerschmid, im Kontrollzentrum der Esa in Darmstadt: "Sicherheit geht vor." Zur siebenköpfigen Besatzung des Space Shuttles gehört auch der deutsche Astronaut Thomas Reiter, der für ein halbes Jahr an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) bleiben soll. Reiter soll während dieser Zeit wichtige Laborgeräte einbauen, darunter ein Gefriergerät, mit dessen Hilfe biologische Proben und Experimente auf minus 80 Grad gekühlt und so dauerhaft konserviert werden können. Geführt werden soll die Mission des 48-Jährigen vom deutschen Raumkontrollzentrum im bayerischen Oberpfaffenhofen.
Mit Reiters Ankunft auf der ISS, die nun voraussichtlich erst am Dienstag erfolgt, soll die Besatzung der Raumstation wieder dauerhaft auf drei Astronauten erweitert werden. Reiter, der vor zehn Jahren bereits eine Langzeitmission an Bord der russischen Raumstation "Mir" absolvierte, soll unter anderem auch einen Weltraumspaziergang unternehmen.
Nach dem "Columbia"-Unglück im Februar 2003 war die Besatzung der ISS auf zwei Personen verringert worden, weil es nach dem zeitweisen Ausfall der Shuttle-Flüge an Transportkapazität für den Nachschub fehlte. Für den Flug der "Discovery" zur ISS und zurück sind vorerst zwölf Tage eingeplant. Die Raumfähre soll rund 14 Tonnen Ausrüstung und Nachschub zur Raumstation bringen. Zudem soll der Space Shuttle im All ausführlich untersucht und fotografiert werden, um auszuschließen, dass die Raumfähre beschädigt zur Erde zurückkehrt.
Schäden am Hitzeschild hatten vor drei Jahren den Absturz der "Columbia" beim Wiedereintritt in die Atmosphäre ausgelöst. Die Astronauten mussten in einem spektakulären Außeneinsatz den Schaden reparieren und haben bei dieser Gelegenheit auch beeindruckende Fotos der Raumfähre geschossen
reh/AP/AFP/ddp