Shuttle-Manöver "Discovery" sicher an ISS angedockt
Das Manöver lief ab wie am Schnürchen. Um 13.24 Uhr, wenige Minuten nach dem geplanten Zeitpunkt, dockte das US-Shuttle an die Internationale Raumstation ISS an. Dies teilte das russische Flugleitzentrum in Kaliningrad bei Moskau mit. Zwei Stunden später, um 15.19 Uhr, sollen die Luken geöffnet werden. Die ISS-Bewohner Sergej Krikaljow und John Phillips dürften sich über die Besucher freuen.
Unmittelbar vor dem Andocken der "Discovery" an die ISS haben Krikaljow und Phillips von der ISS aus den Shuttle rundum fotografiert. Die Raumfähre drehte sich dafür planmäßig um 12.15 Uhr MESZ um die eigene Achse, wie ein Nasa-Sprecher am Donnerstag in Moskau mitteilte. Zum Fotografieren hatten die beiden ISS-Astronauten 93 Sekunden Zeit, die Raumfähre war zu diesem Zeitpunkt knapp 200 Meter von der Raumstation entfernt.
Die Fotos vom Shuttle sollen mögliche Beschädigungen an der Außenhülle dokumentieren, die beim Start am Dienstag entstanden sein könnten. Krikaljow und Phillips benutzten Digitalkameras mit Teleobjektiven. Erste Aufnahmen wurden bereits zur Erde gefunkt, Ergebnisse der Auswertung würden zum Wochenende erwartet, hieß es.
Raumfahrt: Zwischenfälle beim "Discovery"-Start
Für die Crew der US-Raumfähre "Discovery" reicht nach Einschätzung russischer Experten im Notfall das Essen und Trinken auf der Internationalen Raumstation ISS maximal einen Monat.
"Wir hoffen sehr, dass die Probleme mit dem Shuttle noch im All beim Außeneinsatz der Astronauten behoben werden können", sagten Mitarbeiter der Flugleitzentrale bei Moskau der Agentur Interfax. Sollte eine Rückkehr der sieben US-Astronauten an Bord eines US-Shuttles unmöglich sein, täten sich eine Reihe großer Probleme auf.
Da die US-Weltraumbehörde Nasa nach dem Start der Raumfähre "Discovery" alle weiteren Space-Shuttle-Flüge ausgesetzt hat, dürften wie schon in den vergangenen zweieinhalb Jahren nur russische Raumschiffe zur ISS starten. In die "Sojus"-Kapseln passen aber nur maximal drei Raumfahrer. Mit der "Discovery"-Crew werden sich insgesamt neun Astronauten an Bord der ISS aufhalten.
Nach Ansicht der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos ist es grundsätzlich nicht möglich, die "Discovery"-Besatzung mit russischer Technik zur Erde zurückzubringen. Für die mitunter harte Landung der russischen Sojus-Kapseln müsse jeder Kosmonaut an Bord in speziell auf ihn zugeschnittenen Schalensitzen festgeschnallt werden, sagte ein Sprecher der Behörde in Moskau. Solche russischen Sonderanfertigungen gebe es für die sieben "Discovery"-Astronauten nicht. Zudem sei die US-Crew körperlich nicht auf eine Landung in der an einem Fallschirm hängenden Kapsel vorbereitet.