Shuttle-Mission Hubble wird überholt
Einen Tag später als ursprünglich geplant ist die "Columbia" zum fliegenden Observatorium Hubble gestartet. Die Raumfähre hob am Freitag um 12.22 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom Weltraumbahnhof beim Cape Canaveral ab. Aus Angst vor Terroranschlägen waren die Sicherheitsmaßnahmen äußerst streng: Kampfjets überwachten den Luftraum, im Umkreis von 35 Meilen herrschte ein Flugverbot.
Das europäisch-amerikanische Weltraumteleskop soll am Sonntag mit dem Roboterarm des Space Shuttle eingeholt und auf einer Arbeitsplattform am hinteren Ende der Fähre verankert werden. Während ihres elftägigen Aufenthaltes im Orbit soll die siebenköpfige Crew das fast zwölf Jahre alte Teleskop auf den neuesten technischen Stand bringen. Dadurch wird Hubble nach den Hoffnungen der US-Raumfahrtbehörde Nasa noch weitere acht Jahre seinen Dienst verrichten können.
Bei insgesamt fünf Weltraumausstiegen sollen die Astronauten um Kommandant Scott Altman unter anderem neue Solarzellenflügel installieren. Zudem erhält Hubble ein Kühlsystem für seine Infrarot-Kamera sowie ein neues Instrument, die Advanced Camera for Surveys, die einen noch tieferen Blick ins All ermöglichen soll. Die schwierigste Operation wird allerdings der Austausch der fehleranfällig gewordenen Energieschaltzentrale sein.
Für die Eingriffe muss das Weltraumteleskop erstmals im Orbit vollkommen abgeschaltet werden, um die Astronauten vor einem Stromschlag zu schützen. Die Nasa kann jedoch nicht garantieren, dass Hubble nach den Arbeiten auch wieder hochgefahren werden kann - bei einem Fehlschlag müsste das Observatorium im schlimmsten Fall als gefährlicher Weltraumschrott zurückgelassen werden.
Zu der Startverschiebung hatte am Donnerstag die niedrige Temperatur von 3,3 Grad Celsius geführt - nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde lagen die Bedingungen damit "am Rande der akzeptablen Grenze". Die Kälte weckte Erinnerungen an die "Challenger"-Katastrophe von 1986. Durch Temperaturen um den Gefrierpunkt waren damals laut Nasa Dichtungsringe brüchig geworden. Die Raumfähre explodierte nach dem Start, alle sieben Astronauten kamen ums Leben.