Sicherheitscheck Keine Schäden an "Discovery" entdeckt
Houston - Die sieben Astronauten untersuchten am Mittwoch mehr als sechs Stunden lang die Isolierkacheln an Spitze und Tragflächen des Shuttle auf Schäden. Sie benutzten dazu einen 15 Meter langen Greifarm mit Kamera und einem Lasergerät. Zentimeter für Zentimeter wurde der lebenswichtige Hitzeschutz an der Außenhaut der Raumfähre überprüft. Das Ergebnis nach dem stundenlangen Einsatz stimmte vorsichtig optimistisch: Zwar sei noch nichts Ernsthaftes gemeldet worden, aber es sei noch zu zeitig, um endgültige Schlüsse zu ziehen, sagte Flugdirektor Tony Ceccacci im Kontrollzentrum in Houston am Mittwoch. Ein weißlich aussehender Klecks auf dem rechten Flügel der "Discovery" könnte von Vogelkot stammen.
Die aufwändige Inspektion der Außenhülle gehört zu den verschärften Sicherheitsstandards, mit denen die NASA auf frühere Pannen reagierte. Hintergrund ist das tragische Unglück der Raumfähre "Columbia" vor drei Jahren. Damals war beim Start ein Stück Isolierschaum vom Außentank abgebrochen und hatte ein Loch in die Kacheln gerissen - mit fatalen Folgen. Die "Columbia" verglühte beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, alle sieben Astronauten kamen ums Leben.
Beim letzten "Discovery"-Einsatz im Sommer 2005 hatten ebenfalls kleine Trümmerteile die Keramikkacheln beschädigt. Eine aufwendige Reparatur im All war notwendig gewesen. Auch beim Start der "Discovery" am Dienstag hatten sich nach Angaben von Programmmanager Wayne Hale wieder mehrere kleine Stücke Isolierschaum gelöst. Zu diesem Zeitpunkt sei die Atmosphäre aber bereits zu dünn für gefährliche Auswirkungen gewesen. "Ich habe nichts gesehen, dass uns irgendwelche Sorgen um die Gesundheit der Crew oder um die Raumfähre bereitet", sagte Hale.
Insgesamt zeigte man sich bei der NASA mit dem Start der Weltraumfähre äußerst zufrieden. "Einen besseren Start als heute gibt es nicht", sagte der Direktor der US- Raumfahrtbehörde NASA, Michael Griffin, in Cape Canaveral in Florida. Es war der erste Start der "Discovery" seit fast einem Jahr und erst der zweite seit der "Columbia"-Katastrophe.
Am späten Donnerstagnachmittag deutscher Zeit soll die "Discovery" an die ISS andocken. Der deutsche Astronaut Thomas Reiter soll dann nach Angaben der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa zunächst eine sichere Rückkehr zur Erde vorbereiten - auch eine vorzeitige. In die russische "Sojus"-Raumkapsel, die als Rettungsschiff an die ISS angedockt ist, wird Reiter eine maßgeschneiderte Sitzschale einbauen. Sie ist exakt seiner Körperform und -größe angepasst und soll ihn bei einer Landung mit der Kapsel in der Steppe Kasachstans schützen.
Reiters Langzeitmission an Bord der ISS soll mindestens ein halbes Jahr dauern.
stx/fok/dpa/rtr/AFP