Sonneneruptionen reißen Mars-Atmosphäre weg - DER SPIEGEL
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Nasa-Daten zeigen Sonneneruptionen reißen Mars-Atmosphäre weg

Verglichen mit der Erde hat der Mars eine extrem dünne Atmosphäre. Schuld daran sind wohl massive Sonnenstürme. Darauf deuten Messungen der Nasa-Sonde "Maven" hin.
Mars-Panorama (Archivbild): Dünne Atmosphäre wohl wegen Sonnenstürmen
Mars-Panorama (Archivbild): Dünne Atmosphäre wohl wegen Sonnenstürmen

Mars-Panorama (Archivbild): Dünne Atmosphäre wohl wegen Sonnenstürmen

Foto: AFP / Nasa / JPL-Caltech / MSSS
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Betreiber von Satelliten und Stromleitungen müssen aufpassen, andere dürfen einfach nur staunen. Wenn es auf der Sonne stürmt, können wir uns auf der Erde oft über Polarlichter freuen. Ein Schwarm schneller, elektrisch geladener Teilchen fegt dann durchs All. Für technische Systeme kann er gefährlich werden - in den hohen Schichten der Atmosphäre kommt es dagegen zu spektakulären Leuchterscheinungen.

Das Himmelsfeuer ist vor allem in den Polargebieten zu sehen, gelegentlich aber auch in niedrigeren Breiten wie in Deutschland oder England. Und auch auf dem Mars gibt es beeindruckende Polarlichter. Sie reichen bis zu 60 Kilometer an die Marsoberfläche heran - so dicht wie bei keinem anderen Planeten bisher beobachtet.

Doch das ist nicht der einzige Weg, wie der Teilchenstrom auf unseren Nachbarplaneten einwirkt. Messungen der Nasa zeigen jetzt, dass heftige Sonnenausbrüche dafür sorgen, dass der Mars vermehrt Gas aus seiner Atmosphäre verliert.

Magnetische Schläuche ins All

Die Daten stammen von der Raumsonde "Maven", die seit 2014 den Mars umkreist. Dort untersucht sie kontinuierlich die Lufthülle. Dabei konnte sie im März dieses Jahres die Auswirkungen eines Sonnensturms auf die Marsatmosphäre beobachten, schreiben Forscher um Bruce Jakosky von der University of Colorado in Boulder im Fachblatt "Science".

Bei dem Ausbruch registrierte "Maven" magnetische Schläuche in der Marsatmosphäre, die bis zu 5000 Kilometer weit ins All rankten. Diese Schläuche machen es elektrisch geladenen Molekülen aus der Marsatmosphäre leichter, ins All zu entkommen. Darunter sind etwa Kohlendioxid- und Sauerstoffionen.

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Da Sonnenausbrüche im jungen Sonnensystem vermutlich häufig waren, könnten sie eine wichtige Rolle bei der angenommenen Ausdünnung der Marsatmosphäre gespielt haben, schreiben die Forscher. Und das wiederum könnte zu Klimaveränderungen auf dem Mars beigetragen haben. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass der äußere Nachbar der Erde einst eine deutlich dichtere Lufthülle hatte als heute - und dadurch auch ein wesentlich milderes Klima. Irgendwann änderte sich das allerdings, in der dünnen Marsluft liegt der Druck aktuell bei weniger als einem Prozent des Drucks auf der Erde.

DOI: 10.1126/science.aad0210

Folge von Sonnenstürmen
3 Min
chs/dpa