Sonnensegel: Origami im Weltraum - DER SPIEGEL
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Sonnensegel Origami im Weltraum

Die japanische Raumfahrtbehörde JAXA hat am Montag zwei Sonnensegel erfolgreich ins All geschossen. Mit derartigen Antrieben sollen künftig Raumschiffe durchs Weltrall reisen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Science-Fiction-Autoren und Wissenschaftler haben die Reise mit den Segelschiffen des Weltalls schon lange vorhergesehen. Die mit Sonnensegeln bestückt Rakete S-310, die am Montag um 6.15 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der japanischen Weltraumstation Uchinoura startete, ist die erste ihrer Art und bringt die Zukunftsvisionen der Forscher in greifbare Nähe.

Mit dem Sonnensegel, so hoffen die Forscher, brauchen Raumschiffe zukünftig keinen Raketenantrieb mehr. Es besteht aus ultradünner Folie, die das Licht reflektiert. Wenn das Sonnenlicht auf die Flügel fällt, wird das Segel von jedem Licht-Photon ein kleines Stück voran transportiert. Es benötigt nur wenig Energie, um auf eine hohe Geschwindigkeit beschleunigt zu werden, da es im Weltall kaum Reibung gibt, die es abbremsen könnte.

100 Sekunden nach dem Start erreichte S-310 eine Höhe von 122 Kilometern, teilte die japanische Raumfahrtbehörde JAXA mit. Dort entfaltete sich das kleeblattförmige Segel, das abgeworfen wurde, um dann durchs Weltall zu schweben. Das zweite Segel öffnete sich in einer Höhe von 169 Kilometern. Beide Segel verbrannten, als sie kurze Zeit später wieder in die Erdatmosphäre eintraten. Die Rakete stürzte im Pazifik ab, 400 Sekunden nach ihrem Start.

Eine ähnliche Folienkonstruktion haben die Russen schon vor fünf Jahren im Rahmen des "Znamya-Projektes" von der Raumstation Mir ins All gelassen. Damals haben sie die Folie als Spiegel benutzt, um Sonnenlicht vor Tagesbeginn auf die Erde zu werfen. Der japanische Versuch ist aber insofern von Bedeutung, als dass die Forscher getestet haben, wie es möglich ist, eine Folie so zu falten, dass sie in eine Rakete passt und sich erst im Weltraum entfaltet.