Space Launch System Nasa testet erfolgreich Raketentriebwerk
Cape Canaveral - Wie eine große liegende Wunderkerze sah das 54 Meter lange Testobjekt aus. Und nach zwei Minuten war das furiose Spektakel auch schon wieder vorbei. Dennoch ist man sehr zufrieden bei der US-Weltraumbehörde Nasa und der Raumfahrtfirma Orbital ATK.
Eine Feststoffrakete, die Teil der nächsten US-Weltraumsystems werden soll, hat ihre Erprobung am Mittwoch ohne Probleme hinter sich gebracht. Das Space Launch System (SLS) setzt vor allem auf Bauteile, die aus dem inzwischen eingestellten Space-Shuttle-Programm stammen. Das war auch bei der nun getesteten Feststoffrakete der Fall. Sie soll dem SLS bei Starts ab dem Jahr 2018 zusätzlichen Schub liefern.
Allerdings sollen die Feststoffbooster in Zukunft aus fünf statt wie bisher vier Segmenten bestehen und dadurch 25 Prozent mehr Schub entwickeln. Bei einem weiteren Test dieser Art will die Nasa herausfinden, ob die Technik wirklich keine Schwierigkeiten macht. Erst dann sollen die weiteren Komponenten für das Startsystem hinzugefügt werden, unter anderem werden umgerüstete Haupttriebwerke des Space Shuttles verbaut.
"Orion"-Kapsel an der Spitze der neuen Rakete
An der Spitze der neuen Rakete soll die "Orion"-Kapsel sitzen, die im vergangenen Jahr einen ersten Testflug absolviert hat. Nach viereinhalb Stunden Flug landete die Kapsel am 5. Dezember 2014 im Pazifik. Das Raumschiff hatte zuvor zwei Runden um die Erde gedreht, die erste in einem erdnahen Orbit in 200 bis 900 Kilometern Höhe. Danach hatte die Oberstufe der Rakete noch einmal für fast fünf Minuten gefeuert, um "Orion" auf eine Höhe von 5800 Kilometern zu katapultieren.
Mit Hilfe von "Orion" und dem SLS sollen US-Raumfahrer in Zukunft Ziele jenseits der Internationalen Raumstation (ISS) erreichen. Das könnten der Mond, der Mars oder ein Asteroid sein. Die Nasa will sich auf diese Transportaufgaben konzentrieren und hat deswegen Verträge mit privaten Firmen für die Flüge zur ISS abgeschlossen.