Space Shuttle Nasa gibt Start der "Discovery" frei
Washington/Cape Canaveral - Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat grünes Licht für den Start der "Discovery" in der kommenden Woche gegeben. Das Space Shuttle werde am Donnerstag um 21.35 Uhr Ortszeit (Freitag 3.35 Uhr MEZ) zur Internationalen Raumstation (ISS) fliegen, sagte der stellvertretende Nasa-Direktor Bill Gerstenmaier in Cape Canaveral in Florida.
Die "Discovery" wird den deutschen Astronauten Thomas Reiter nach knapp sechs Monaten im Weltall von der Raumstation abholen. An Stelle von Reiter wird die US-Astronautin Sunita Williams bis zum Sommer kommenden Jahres an Bord der ISS bleiben. Mit der "Discovery" wird erstmals der Schwede Christer Fuglesang als Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation Esa ins Weltall fliegen.
Es ist der erste Nachtstart einer Raumfähre seit dem Absturz der "Columbia" am 1. Februar 2003, bei dem sieben Astronauten ums Leben gekommen sind. Die Nasa hatte daraufhin angeordnet, die ersten drei Raumfährenstarts nach dem Unglück nur bei Tageslicht durchzuführen. Damit sollte gewährleistet werden, dass eine Beschädigung der Treibstofftanks durch abbrechende Dämmschutzteile rechtzeitig erkannt wird.
Jetzt vertrauen die Nasa-Techniker darauf, den Start auch mit Radarbildern umfassend beobachten zu können. Außerdem sind während der Mission zwei Außenbesichtigungen der Raumfähre geplant, bei denen die Astronauten auf mögliche Schäden achten sollen.
Software erfordert Heimkehr vor Neujahr
Die "Discovery" soll ihre zwölftägige Reise zur ISS und zurück bis Silvester abschließen, weil die Computer der Raumfähre nicht darauf programmiert sind, den Wechsel vom 365. Tag dieses Jahres zum ersten Tag des neuen Jahres während eines Fluges zu vollziehen. Zwar wurde bereits eine Lösung für dieses Problem entwickelt, aber noch nicht ausreichend ausgetestet. Sollte ein Start am 7. Dezember wegen schlechten Wetters nicht möglich sein, hat die Nasa bis zum 17. Dezember Zeit.
Zugleich wurde bekannt, dass eine Kurskorrektur der ISS in der Nacht zum Donnerstag fehlgeschlagen ist. Weil sich die Triebwerke der ISS zu früh abgeschaltet hätten, sei die Station lediglich auf eine anderthalb Kilometer höhere Umlaufbahn gehoben worden, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit. Geplant waren sieben Kilometer, um der "Discovery" einen möglichst günstigen Anflugwinkel zur ISS zu bieten. Spezialisten suchten nach dem Grund für das technische Versagen.
Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos wollte sich noch am Donnerstag mit der amerikanischen Nasa beraten. "Im Prinzip kann das Andocken auch in dieser Höhe der Umlaufbahn erfolgen", sagte Roskomos-Sprecher Igor Panarin. "Aber es gibt dabei zusätzliche Nuancen, denen Rechnung getragen werden muss."
mbe/dpa/AP