Space Shuttle: Nasa verfehlt Sicherheitsziele - DER SPIEGEL
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Space Shuttle Nasa verfehlt Sicherheitsziele

Trotz jahrelanger Arbeit ist es der Nasa nicht gelungen, alle Sicherheitsempfehlungen für das Space Shuttle umzusetzen. Eine unabhängige Kommission kritisierte, beim Start abgesprengte Isolierschaum- oder Eisstücke könnten die Fähre nach wie vor schwer beschädigen.
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Washington - Wenige Tage vor der Nasa-Entscheidung über den Starttermin der Raumfähre "Discovery" hat eine Arbeitsgruppe festgestellt, dass nicht alle Empfehlungen zur Shuttle-Sicherheit erfüllt seien. So könne die Nasa trotz "beträchtlicher Fortschritte" die Möglichkeit nicht ausschließen, dass beim Start abgesprengte Isolierschaum- oder Eisstücke die Raumfähre schwer beschädigten, stellte die unabhängige Gruppe fest. Die aus ehemaligen Astronauten und Raumfahrtexperten bestehende Kommission hatte die Umsetzung der nach der "Columbia"-Katastrophe gegebenen Sicherheitsempfehlungen für Space Shuttle überprüft.

Der für Mitte Juli geplante Start von "Discovery" wäre der erste eines Shuttles seit der "Columbia"-Absturz im Februar 2003. Damals waren beim Abheben Hitzekacheln durch abgefallene Schaumstücke so stark beschädigt worden, dass der Shuttle beim Wiedereintritt in die Atmosphäre auseinander brach. Die sieben Astronauten an Bord kamen ums Leben.

Als Konsequenz aus der Tragödie hatte ein Untersuchungsausschuss 15 wichtige Änderungen empfohlen, von denen nach Angaben der Arbeitsgruppe 12 in die Tat umgesetzt worden sind. Bei den drei verbliebenen handelt es sich um die am schwersten zu verwirklichenden Vorschläge, wie das Gremium gestern selbst einräumte.

Neben dem Risiko abfallender Schaumstücke verwies Kommission darauf, dass es nach wie vor keinen Weg zur Reparatur von Schäden an der Hitze-Isolierung während des Fluges gibt. Außerdem habe die Nasa keine klaren Vorstellungen über alle möglichen Gefahren, die von Eis ausgingen.

Noch ist unklar, ob die Erkenntnisse der Kommission eine Verschiebung des "Discovery"-Flugs zur Folge haben. Die US-Weltraumbehörde will am Donnerstag festlegen, an welchem Tag im Rahmen des am 13. Juli beginnenden Startfensters die Raumfähre abheben soll. Nasa-Chef Michael Griffin sagte, er begrüße es, wenn verschiedene Standpunkte existierten. Er erwarte eine "lebhafte Debatte" bei der Entscheidung zur Flugaufnahme.

Richard Covey, ehemaliger Astronaut und Leiter der unabhängigen Kommission, wollte keine direkte Empfehlung über einen Start der Fähre geben. Wenn er jünger wäre, erklärte Covey, hätte er keine Bedenken, an Bord von "Discovery" mitzufliegen.