Space Shuttle: Nasa verschiebt "Atlantis"-Start - DER SPIEGEL
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Space Shuttle Nasa verschiebt "Atlantis"-Start

Das europäische "Columbus"-Weltraumlabor bleibt vorerst am Boden: Der Start des Space Shuttle "Atlantis" wird verschoben. Bei der Betankung der Raumfähre sind Probleme aufgetreten - frühestens morgen ist ein neuer Versuch möglich.
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Cape Canaveral - Wieder einmal macht die Technik der alternden Space Shuttle Ärger: Wenige Stunden vor dem geplanten Start der Raumfähre "Atlantis" meldet die Nasa Schwierigkeiten: Zwei Treibstoff-Sensoren zeigen nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde nichts an, obwohl die Wasserstoff-Tanks zu 80 und die Sauerstoff-Tanks zu 50 Prozent gefüllt seien.

Die Nasa hat den Start, der für 22.30 Uhr deutscher Zeit geplant war, deshalb verschoben. Das nächste Startfenster für die "Atlantis", die das europäische Forschungsmodul "Columbus" und den deutschen Astronauten Hans Schlegel zur Internationalen Raumstation bringen soll, öffnet sich am Freitag um 21.09 Uhr MEZ.

Im externen Tank des Shuttles gibt es insgesamt 24 Treibstoffsensoren, je zur Hälfte im Tankbereich für Wasser- und für Sauerstoff. Acht Sensoren in jedem der beiden Tankbereiche sind dafür da, die Treibstoffmenge vor dem Start genau zu bestimmen. Die restlichen, die sogenannten Engine-Cutoff-Sensoren (ECO) sind dazu da, den Raketenantrieb nach dem Start rechtzeitig auszuschalten.

Und genau mit diesen Sensoren gibt es nun Probleme. Nasa-Sprecher Paul Foerman sagte, zwei der vier ECO-Sensoren im Wasserstofftank des Shuttles seien defekt. Die zwei verbleibenden seien nicht ausreichend, da nach den Nasa-Sicherheitsrichtlinien mindestens drei gleichzeitig funktionieren müssen.

Nervosität in Europa

Der Start der "Atlantis" wird insbesondere in Europa mit Spannung und Nervosität erwartet. Fast ein Vierteljahrhundert lang wurde am 880 Millionen Euro teuren "Columbus"-Labor gearbeitet. Nachdem im Oktober das europäische Verbindungsmodul "Harmony" zur ISS gebracht worden war, ist "Columbus" nur ein weiterer Zwischenschritt zu einer stärkeren Repräsentanz der Europäer im All. Zwischenzeitlich schien gar fraglich, ob das Modul überhaupt noch zur ISS transportiert wird oder als Investitionsruine am Boden bleibt: Nach dem Absturz der Raumfähre "Columbia" im Februar 2003 hatte die Nasa sowohl ihr Shuttle-Programm als auch die Fertigstellung der ISS in Frage gestellt.

Bei der aktuellen "Atlantis"-Mission sollen zwei Esa-Astronauten Schlüsselrollen spielen: Hans Schlegel und der Franzose Léopold Eyharts sollen zusammen mit ihren Nasa-Kollegen "Columbus" an die ISS montieren und in Betrieb nehmen. Der Zeitplan für die "Atlantis"-Crew ist knapp. Einen Tag nach der Ankunft an der ISS muss Schlegel, der Diplomphysiker aus Aachen, gemeinsam mit einem US-Kollegen erstmals hinaus ins All, um das Andocken von "Columbus" vorzubereiten.

mbe/AFP/dpa

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