Transport mit "Falcon 9"-Rakete Rätselraten um US-Spionagesatellit
Start der "Falcon 9": Screenshot eines SpaceX-Videos
Foto: Douglas Curran / AFPEin milliardenteurer US-Spionagesatellit, der mit einer "Falcon 9"-Rakete des privaten Unternehmens SpaceX ins Weltall gebracht werden sollte, hat den Orbit offenbar nicht erreicht. Das berichten das "Wall Street Journal " und die Nachrichtenagentur Bloomberg . Zwei über die Mission unterrichtete US-Offizielle sprachen demnach von einem Totalverlust.
Der Spionagesatellit habe sich nicht von der zweiten Stufe der Rakete lösen können, hieß es weiter. Er sei zerbrochen und in der Atmosphäre verglüht, sagten die beiden Offiziellen, die anonym bleiben wollten. Der Satellit müsse wohl abgeschrieben werden.
Zunächst keine Hinweise auf Sabotage
Nach anfänglichen Rückschlägen waren SpaceX in den vergangenen Monaten mehrere erfolgreiche Starts mit ihrer wiederverwertbaren "Falcon 9" gelungen. Das von Elon Musk gegründete Unternehmen hatte im Mai vergangenen Jahres auch erstmals einen Spionagesatelliten für das Militär mit einer "Falcon 9"-Rakete ins All geschickt.
Vorausgegangen war ein Rechtsstreit, bei dem ein zehnjähriges Monopol der United Launch Alliance (ULA) von Boeing und Lockheed Martin gebrochen wurde. Damit konnte SpaceX einen Teil des lukrativen Milliardenmarktes für Regierungsmissionen für sich beanspruchen.
Der am Sonntag gestartete Satellit mit Codenamen Zuma sei von Northrop Grumman gebaut worden und mehrere Milliarden Dollar wert, hieß es weiter. Der Rüstungskonzern habe SpaceX auch für den Raumflug beauftragt. Der Vorfall werde untersucht, es gebe aber zunächst keine Hinweise auf Sabotage oder andere Eingriffe, sagten die beiden Offiziellen.
Ein Sprecher von SpaceX sagte: "Wir kommentieren derartige Missionen nicht, aber bis jetzt zeigen die untersuchten Daten, dass die 'Falcon 9' ordnungsgemäß funktionierte."
Anmerkung der Redaktion: Wir haben Überschrift und Vorspann dieses Artikels nachträglich präzisiert, um klarer zu machen, dass sich SpaceX nicht in der Verantwortung für die Probleme sieht. Manager Gwynne Shotwell hat inzwischen bekräftigt, nach Durchsicht aller bisherigen Daten habe die Rakete "alles richtig gemacht".