Erstaunlicher Himmelskörper Vier Sonnen scheinen am Himmel von Planet PH1
Planet PH1 (rot) und seine Sonnen aus der Sicht eines Künstlers: "Sehr komplexe Welt"
Foto: Haven Giguere/YaleHamburg - Ein Team aus Profi- und Amateurastronomen hat einen Planeten entdeckt, an dessen Himmel vier Sonnen stehen. Er kreist demnach um zwei Sonnen und wird von zwei weiteren Sternen umrundet, wie die American Astronomical Society mitteilt.
Der neue Planet mit der Bezeichnung PH1 ist mehr als sechsmal so groß wie die Erde. Er befinde sich etwa 5000 Lichtjahre von uns entfernt im sogenannten Kepler-Feld; vermutlich handelt es sich um einen riesigen Gasplaneten, ähnlich wie Jupiter.
Alle vier Sonnen ziehen mit ihrer Schwerkraft an dem Planeten. Forscher staunen, dass der Planet unter diesen Kräften seine stabile Umlaufbahn halten kann: "Das ist eine sehr komplexe Welt, es ist sehr verwirrend", sagte Chris Lintott von der University of Oxford der BBC.
Amateure auf Planetenjagd
Bislang seien lediglich sechs Planeten bekannt, die um mehr als eine Sonne kreisen. In der Nähe der aktuellen Entdeckung meldeten Astronomen jüngst einen ähnlich besonderen Fund: Im Sternsystem Kepler-47 umkreisen mindestens zwei Planeten einen Doppelstern, wie Aufnahmen des Nasa-Teleskops "Kepler" gezeigt haben. Ein System wie das nun entdeckte sei bisher noch nie gesichtet worden.
Der Name PH1 bezieht sich auf das Programm "Planet Hunters" ("Planetenjäger") der US-Universität Yale, bei dem Freiwillige sich an der Suche nach neuen Himmelskörpern beteiligen können. In den vergangenen zwei Jahren halfen dabei mehr als 170.000 Amateure.
Zwei Teilnehmer des Programms hatten PH1 als erste entdeckt. Ihre Beobachtung wurde dann von Forschern aus den USA und Großbritannien bestätigt, die auf Hawaii arbeiteten. Die Gruppe reichte ihre Entdeckung nun beim Fachblatt "Earth and Planetary Astrophysics" ein .
Die Entdeckung solcher Sonnensysteme zwinge Wissenschaftler, sich neue Gedanken darüber zu machen, wie Planeten unter extremen Bedingungen entstehen und sich entwickeln, sagte Meg Schwamb, die leitende Autorin der Studie über PH1.