Technische Panne Shuttle-Start erneut verschoben
Houston - Die Nasa dürfte derzeit die Tage bis zur Ausmusterung der Space Shuttles zählen. Immer wieder sorgen die alternden Raumfähren, die noch bis 2010 fliegen sollen, für Ärger. Die Leidtragenden sind derzeit die Europäer, deren fast 900 Millionen Euro teures Weltraumlabor "Columbus" an Bord des Shuttles "Atlantis" zur Internationalen Raumstation (ISS) gebracht werden soll. Nach dem Absturz der Raumfähre "Columbia" im Februar 2003 und dem anschließenden Flugverbot für die Shuttles war lange offen, ob das Modul überhaupt noch ins All transportiert wird oder als Investitionsruine am Boden bleibt.
Jetzt muss sich die europäische Weltraumbehörde Esa erneut gedulden: Nachdem der Start der "Atlantis" Anfang Dezember bereits zweimal wegen eines fehlerhaften Treibstoffsensors verschoben werden musste, ist nun ein Problem mit einer Steckverbindung am Außentank aufgetaucht. Und das ist offenbar so schwerwiegend, dass die Nasa den zuletzt geplanten Starttermin am 10. Januar nicht mehr halten kann. Die "Atlantis" werde vermutlich einige Tage oder Wochen später abheben, meldete die US-Raumfahrtbehörde.
Genaueres wurde nicht bekannt. "Der Zeitplan ist momentan nicht oben auf meiner Liste", sagte Wayne Hale, Manager des Shuttle-Programms. Einen neuen Starttermin könne man derzeit nicht bekanntgeben. "Es wird so lange dauern, wie es dauert", sagte Hale.
Die fehlerhafte Steckverbindung führt durch die Hülle des Außentanks und verbindet ihn mit den Treibstoffensoren der "Atlantis". Die Nasa-Ingenieure haben inzwischen entschieden, den Stecker zu entfernen und ihn in einer Versuchseinrichtung in Alabama analysieren zu lassen. Ein fehlerfreies Funktionieren der Treibstoffsensoren, die in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme verursacht haben, ist durchaus wichtig: Sie verhindern, dass die Haupttriebwerke des Shuttles trotz eines leeren Tanks weiterlaufen, was katastrophale Folgen haben könnte.
mbe/AP