Technische Probleme Nasa verschiebt "Atlantis"-Start erneut
Cape Canaveral - Die US-Weltraumbehörde Nasa hat den ursprünglich für Donnerstag geplanten Start der Raumfähre "Atlantis" auf frühestens morgen verschoben. "Die früheste Möglichkeit, auf die wir derzeit hinarbeiten, ist Samstag", sagte Missionsleiter Leroy Caine gestern (Ortszeit) in Cape Canaveral. Wegen technischer Probleme hatte die Nasa den Start zunächst auf heute verlegt. "Wir haben aber gemerkt, das wir noch mehr Zeit brauchen. Die Situation ist sehr komplex", sagte Caine. Die "Atlantis" soll außer den deutschen Astronauten Hans Schlegel einen französischen und fünf US-Raumfahrer zur Internationalen Raumstation ISS bringen.
Kurz vor dem anvisierten Aufbruch ins Weltall hatten Nasa-Experten gestern technische Probleme an zwei der vier Tanknadeln des Außentanks festgestellt. Die Nadeln zeigten einen leeren Tank an, obwohl dieser fast vollständig gefüllt war. Ein ähnliches Problem mit den Tanknadeln war bereits im Juli 2005 am Space Shuttle "Discovery" aufgetreten und hatte damals zu einer einwöchigen Startverzögerung geführt. Eine Fehlfunktion der Tankanzeige kann im schlimmsten Fall zu einer Explosion der Triebwerke führen.
Die Missionsleitung wollte sich heute um 20 Uhr MEZ erneut zusammensetzen, um die Lage zu beurteilen. Sollte das Problem bis dann gelöst sein, könnte die "Atlantis" morgen um 21.43 Uhr MEZ vom Kennedy Space Center im Südosten Floridas aus ins All geschossen werden. Das Zeitfenster für einen möglichen Start der Raumfähre schließt sich am 13. Dezember. Danach ist ein Start erst wieder Anfang Januar möglich.
An Bord der "Atlantis" befindet sich das europäische Forschungslabor "Columbus", das die Astronauten während der elftägigen Mission an der Internationalen Raumstation ISS anbringen sollen. "Columbus" ist Europas erstes Raumlabor für Langzeitforschung unter Weltraumbedingungen. Bis zu drei Astronauten können auf 25 Kubikmetern an wissenschaftlichen Versuchen arbeiten. An der Außenwand sollen zudem Versuchsgeräte angebaut werden, die Experimente im freien Weltraum ermöglichen. Forschungsgebiete werden die Material- und Lebenswissenschaften, die Flüssigkeitsforschung und die Entwicklung neuer Technologien sein.
phw/AFP