Technische Probleme: Nasa verschiebt letzten "Endeavour"-Start - DER SPIEGEL
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Technische Probleme Nasa verschiebt letzten "Endeavour"-Start

Die letzte Mission des Space Shuttles "Endeavour" lässt noch ein wenig auf sich warten: Wegen technischer Probleme wurde der Start des Orbiters verschoben - die US-Weltraumbehörde Nasa will nun frühestens am Montag einen neuen Versuch starten.
"Endeavour" am Kennedy Space Center: Start verschoben
"Endeavour" am Kennedy Space Center: Start verschoben

"Endeavour" am Kennedy Space Center: Start verschoben

Foto: Chris O'Meara/ AP
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Cape Canaveral - Wegen technischer Probleme ist der Start der US-Raumfähre "Endeavour" am Freitag verschoben worden. Grund seien Schwierigkeiten mit einer Beheizungsvorrichtung, teilte die US-Weltraumbehörde Nasa mit. Der Weltraumbehörde zufolge muss der Außentank der "Endeavour" erst einmal geleert werden, damit Experten dem Problem auf die Spur kommen und es beseitigen können. Das gesamte Manöver werde mindestens 72 Stunden dauern.

Damit wird die "Endeavour" frühestens am Montagabend deutscher Zeit abheben. Das teilte Shuttle-Startdirektor Mike Leinbach von der Nasa mit. Der Start ist damit frühestens um 14.33 Ortszeit (20.33 Uhr MESZ) am Montag. Zunächst hatte es geheißen, der neue Starttermin sei Sonntagabend.

Die sechsköpfige Besatzung der Raumfähre war schon am Shuttle eingetroffen, als die Nasa den Start stoppte. Schon bei den vergangenen Starts der Shuttles war es immer wieder zu Verzögerungen wegen technischer Schwierigkeiten gekommen. Im Februar war die Raumfähre "Discovery" erst Monate nach dem ursprünglich geplanten Termin zu ihrer letzten Reise ins All aufgebrochen.

Die "Endeavour" hätte am Freitagabend europäischer Zeit bei seinem letzten Flug zu einer zweiwöchigen Reise ins All aufbrechen sollen. Als Zuschauer hatten sich unter anderem Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle angekündigt. Das Präsidentenpaar wollte trotz der Absage nach Cape Canaveral reisen, teilte das Weiße Haus mit.

Zu den Gästen des Starts sollte auch die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffordszählen, die bei einem Attentat in Tucson im Januar durch einen Kopfschuss schwer verletzt worden war. Die Frau von "Endeavour"-Kommandant Mark Kelly reiste mit ihren Ärzten an.

Zu dem spektakulären Ereignis wurden 750.000 Zaungäste erwartet. Polizisten und Freiwillige versuchen seit Tagen, dem Andrang der Zuschauer Herr zu werden. Parkplätze waren stark nachgefragt, Kirchen verkauften Essen und T-Shirts, um damit Geld für wohltätige Zwecke einzunehmen. Hotels waren ausgebucht, viele Besucher übernachteten in Zelten.

Es soll der letzte Flug der "Endeavour" werden und der vorletzte einer der legendären Orbiter überhaupt. Dann werden die Raumfähren eingemottet. Im Juni soll noch einmal die "Atlantis" ins All geschickt werden. Dann ist die Ära der wiederverwendbaren US-Raumfähren nach fast 30 Jahren beendet. Tausende Shuttle-Mitarbeiter haben bereits ihre Kündigungen erhalten. Die "Endeavour" wird nach mehr als 166 Millionen Kilometern im All und 4500 Erdumrundungen ins Wissenschaftszentrum in Los Angeles gebracht.

Wenn es die "Endeavour" ins All geschafft, warten auf die Mannschaft zwei arbeitsreiche Wochen. Viermal sollen die Männer aussteigen, um die Internationale Raumstation zu reparieren. Die Liste der Arbeiten ist lang wie selten - mit gutem Grund: Ihr abschließender Außeneinsatz am 9. Mai wird der letzte für Astronauten eines Nasa-Shuttles sein. Für den "Atlantis"-Flug im Juni ist keiner mehr geplant.

ulz/dpa