Unfallfolgen: Meteoritenschauer bombardierte junge Erde - DER SPIEGEL
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Unfallfolgen Meteoritenschauer bombardierte junge Erde

Eine kosmische Katastrophe ließ vor fast 500 Millionen Jahren die Zahl der Meteoriten auf der Erde dramatisch ansteigen. Noch immer schlagen Felsbrocken aus jener Zeit auf dem Planeten ein.
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Die Spuren sind zwar klein, aber sie sprechen eine deutliche Sprache: Mehr als 40 fossile Meteoriten, jeder zwischen einem und 20 Zentimeter groß, haben Geologen in einem Steinbruch in Südschweden entdeckt. Die 480 Millionen Jahre alten Funde deuten darauf hin, dass zu jener Zeit hundertmal mehr Meteoriten auf der Erde landeten als heutzutage.

Die Meteoritenfunde im Steinbruch sind kein Einzelfall. Auf der Suche nach weiteren kosmischen Spuren untersuchten die Forscher vom Göteborger Zentrum für Geowissenschaften im südlichen Teil Schwedens eine Fläche von 250.000 Quadratkilometern - ein Gebiet etwa so groß wie das alte Westdeutschland. Dabei stießen sie allerorten auf Überreste uralter Meteoriten. Manche waren nicht einmal sandkorngroß.

Der schwedische Geologe Birger Schmitz, derzeit an der Rice University im texanischen Houston, suchte zusammen mit seinem Team alte Meeressedimente nach den winzigen Körnern ab. Die Ablagerungen hatten sich im Laufe von zwei Millionen Jahren am damaligen Meeresboden gebildet. In der dünnen Kalksteinschicht sind die Meteoriten wie in einer Zeitkapsel eingeschlossen.

Wie die Forscher jetzt im Fachmagazin "Science" berichten, deutet die Zusammensetzung der Funde, eine Mischung aus Chrom und Eisen, darauf hin, dass sie alle vom selben Verursacher stammen - einem riesigen Asteroiden. Der deutliche Anstieg der Meteoritentreffer vor 480 Millionen Jahren, der sich in Zahl und Größe der Körner niederschlägt, lässt vermuten, dass der Himmelskörper ungefähr zu jener Zeit auseinander brach.

Offensichtlich war es damals im Asteroidengürtel, der zwischen Bahnen von Mars und Jupiter liegt und immer wieder Schauplatz von kosmischen Unfällen war, zu einer ungewöhnlich heftigen Kollision gekommen. Bei dem Zusammenstoß der Schwergewichte dürfte es sich um eine der schlimmsten Explosionen in der jüngeren Geschichte des Sonnensystems gehandelt haben, schreiben Schmitz und seine Kollegen.

Nachdem die am Crash beteiligten Asteroiden auseinander gebrochen waren, regneten deren winzige Überreste langsam auf die Erde nieder - aus einer Distanz von mehreren hundert Millionen Kilometern. Obwohl die Zahl der Einschläge gesunken ist, lassen sich die Auswirkungen noch immer feststellen: Jeder fünfte Meteorit, der den Blauen Planeten trifft, entstammt der damaligen Kollision.

Alexander Stirn