Weltraumlabor "Columbus": Der Countdown läuft - DER SPIEGEL
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Weltraumlabor "Columbus" Der Countdown läuft

Am morgigen Donnerstagabend soll die US-Raumfähre "Atlantis" starten und das europäische Forschungsmodul "Columbus" zur Raumstation ISS bringen. Die Wetteraussichten sind gut, sämtliche Systeme funktionierten bei letzten Tests fehlerfrei.
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Cape Canaveral - Gespannte Erwartung bei den Vertretern der Europäischen Raumfahrtbehörde (Esa) und vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR): Morgen endlich soll mit "Atlantis" das europäische Weltraumlabor "Columbus" abheben. Der Start ist für 22.31 Uhr mitteleuropäischer Zeit geplant. Nach einer Überprüfung aller Systeme kam am Dienstagabend die Startfreigabe. Und auch das Wetter scheint es gut zu meinen: Die Aussichten sind gut.

"Es ist für einen Briten gar nicht so einfach zu sagen, dass er aufgeregt ist", erklärte Alan Thirkettle, der bei der Esa für die ISS zuständig ist. "Aber wir sind sehr, sehr aufgeregt. Wir warten darauf, dass 'Columbus' dahin kommt, wo es hingehört." Seit fast einem Vierteljahrhundert wurde an dem 880 Millionen Euro teuren Labor gearbeitet. "Wir hoffen, dass wir jetzt am Ende des Anfangs sind", sagte Thirkettle.

Nachdem im Oktober das europäische Verbindungsmodul "Harmony" zur ISS gebracht worden war, ist "Columbus" nur ein weiterer Zwischenschritt zu einer stärkeren Repräsentanz der Europäer im All. Bei der Entfaltung des Sonnensegels des Moduls "Harmony" hatten Astronauten Risse darin festgestellt - glücklicherweise konnte der Schaden aber repariert werden. Ansonsten hätte es womöglich Probleme bei der Stromversorgung von "Columbus" geben können.

Bei der morgen beginnenden Mission werden zwei Esa-Astronauten eine Schlüsselrolle haben: Der Deutsche Hans Schlegel und der Franzose Léopold Eyharts sollen zusammen mit ihren Nasa-Kollegen "Columbus" an die ISS montieren und in Betrieb nehmen. Der Zeitplan für die "Atlantis"-Crew ist knapp. Bereits am Sonntag, einen Tag nach der Ankunft bei der ISS, muss Schlegel, der Diplomphysiker aus Aachen, gemeinsam mit einem US-Kollegen erstmals hinaus ins All, um das Andocken von "Columbus" vorzubereiten.

Ein weiterer Einsatz für ihn ist wenige Tage später geplant. Mit riesigen Roboterarmen muss "Columbus" aus der Laderampe des Shuttles gehievt werden. Zudem ist ein Stickstofftank der ISS zu versetzen. "Jeweils sechseinhalb Stunden dauern die Außeneinsätze", kündigte die Nasa an, für die Astronauten bedeutet das Schwerstarbeit.

Mindestens drei Außeneinsätze sind geplant, möglicherweise gibt es sogar einen vierten, bei denen sich die Männer um das defekte Drehgelenk an einem der drei Sonnensegel kümmern sollen. "Das Schwerste wird sein, bei allen diesen Aufgaben höchste Konzentration zu bewahren", sagt Schlegel. 1993 war er schon einmal im All, als Nutzlastspezialist in der später verunglückten "Columbia" - seinen ersten Außenbordeinsatz hat er jetzt aber vor sich.

Ist "Columbus" angedockt, kommt die große Stunde des französischen Astronauten Léopold Eyharts: Er darf als erster das Labor betreten. "Ich glaube, das wird ein sehr emotionaler Augenblick", sagte er. Eyharts soll zwei bis drei Monate im All bleiben, um "Columbus" einzurichten. Schlegel darf gleich wieder nach Hause, nach derzeitiger Planung ist die Landung am 17. Dezember vorgesehen.

hda/AFP/dpa/AP