»Worldview 3« und »Landsat 8«: Satellit fotografiert Satellit - DER SPIEGEL
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Satellitenbild der Woche Maschine fotografiert Maschine

Üblicherweise lichtet der Satellit »Worldview 3« die Erde ab – doch kürzlich hat er einen Kollegen in den Fokus genommen. Die faszinierende Aufnahme dokumentiert einen bedenklichen Trend im All.
Aus dem All fotografiert: Bild von »Landsat 8«
Aus dem All fotografiert: Bild von »Landsat 8«

Aus dem All fotografiert: Bild von »Landsat 8«

Foto: Satellite image 2023 Maxar Technologies

Oft zeigen Satelliten die Schönheit unserer Erde, manchmal die Wunden, die Menschen dem Planeten zufügen, und immer wieder bemerkenswerte Orte sowie Phänomene – regelmäßig zu sehen im »Satellitenbild der Woche«. Die aktuelle Aufnahme in dieser Rubrik ist jedoch ein Novum: Ein Satellit hat einen anderen Satelliten fotografiert.

Das Bild stammt von »WorldView 3«, einem Erdbeobachter des Privatunternehmens Maxar, zu sehen ist »Landsat 8« der US-Weltraumbehörde Nasa. Zum Zeitpunkt der Aufnahme waren die beiden Fluggeräte etwa 100 Kilometer voneinander entfernt.

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»Landsat 8« fliegt in rund 700 Kilometern Höhe um die Erde, »WorldView 3« ist etwa 90 Kilometer darunter unterwegs. Beide Satelliten kreisen auf sonnensynchronen Umlaufbahnen, die sie fast über Nord- und Südpol führen. Somit passieren sie einen bestimmten Punkt unseres Planeten jeweils zur selben Zeit wie am Vortag, was es erlaubt, die Aufnahmen als Zeitreihe zu nutzen.

Wegen des geringeren Abstands zur Erde absolviert »WorldView 3« eine Erdumrundung etwas schneller als »Landsat 8«. Mit einem Computerprogramm lässt sich berechnen, wann sich beide Satelliten auf ihren Bahnen besonders nahekommen. Das ist wichtig zu wissen, um Ausweichmanöver zu planen und Zusammenstöße zu verhindern oder – wie im aktuellen Fall – ein Foto vorzubereiten.

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Links im Bild gut zu erkennen ist das neun Meter lange Solarpaneel von »Landsat 8«, das der Energieversorgung dient. Der Satellit selbst ist etwa drei Meter lang. Rechts ist außerdem ein graues Rechteck zu sehen. Dabei handelt es sich um eine Abschirmvorrichtung, um Wärmestrahlung der Erde von einem sensiblen Infrarot-Sensorsystem des Satelliten fernzuhalten.

Mit dem Bild zeigt Maxar, dass die Firma aus dem All nicht nur Ziele auf der Erde in den Blick nehmen kann, sondern auch andere Fluggeräte. Kommerziell interessant könnte das sein, wenn ein Betreiber seine Geräte etwa auf Schäden durch Weltraumschrott untersuchen will.

Auch Militärs und Geheimdienste nutzen die Technik

Außerdem interessieren sich Geheimdienste und Militärs dafür, Satelliten anderer Staaten zu fotografieren. Auf amerikanischer Seite hat über die Jahre immer wieder das Projekt »Prowler« für Schlagzeilen gesorgt. Der Satellit soll 1990 mit dem Space Shuttle »Atlantis« gestartet worden sein. Offiziell bestätigt hat die US-Regierung das nie, Beobachtungen von Amateur-Astronomen und Berichte von US-Medien  deuten aber darauf hin, dass es »Prowler« tatsächlich gab – und dass er anderen Satelliten sogar auf weniger als einen Meter nahe kommen konnte.

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Zuletzt hat der Fall des russischen Satelliten »Kosmos 2558« für Aufregung gesorgt, der im August 2022 vom nordrussischen Kosmodrom Plesetsk aus gestartet wurde. Er soll dazu dienen, den amerikanischen Spionagesatelliten »USA 326« auszuforschen. Darauf deuten zumindest der Startzeitpunkt der Rakete und der Orbit des Satelliten hin. Bewiesen ist das nicht, aber die Bahn würde passen: »Kosmos 2558« ist knapp unterhalb von »USA 326« unterwegs.

Schon zuvor hatten sich US-Amerikaner über russische Satelliten beschwert. Als verdächtig galten etwa der 2019 gestartete »Kosmos 2542« sowie »Kosmos 2519« aus dem Jahr 2017. Welche Fähigkeiten die aktuell von USA und Russland genutzten Systeme haben, darüber lässt sich nur spekulieren.

chs