Wetterküche Großstadt - DER SPIEGEL
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METEOROLOGIE Wetterküche Großstadt

• aus DER SPIEGEL 34/2007
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Dass Großstädte ihr eigenes Mikroklima haben und es dort häufig ein paar Grad Celsius wärmer als im Umland ist, wissen Meteorologen schon lange. Nun zeigt eine Computersimulation der Princeton University, wie städtische Besonderheiten auch Unwetter verstärken können. Die Umweltingenieure Alexandros Ntelekos und James Smith haben ein starkes Gewitter in Baltimore detailliert am Computer rekonstruiert. Ihre Simulation ergab, dass es in der US-Stadt, verglichen mit einer unbebauten Grünfläche, bis zu 30 Prozent mehr Regen gab; auch traten überraschend viele Blitzeinschläge auf. Die Forscher präsentieren überdies Erklärungen, wieso Großstädte solche turbulenten Wetterküchen darstellen. Dass Regen und Gewitter über der Stadt heftiger ausfallen, liegt demnach vor allem an der Luftverschmutzung: Schwebeteilchen ("Aerosole") bilden Kondensationskerne für Regentropfen. Hinzu kommt die spezielle Architektur in Großstädten: In Gebäudeschluchten entstehen senkrechte Luftströmungen, die den Niederschlag verstärken können. Der Hamburger Forscher Michael Schatzmann hat wiederum herausgefunden, dass in Städten generell keine höheren Windgeschwindigkeiten zu erwarten seien; nur punktuell könne die Böigkeit zunehmen. »Ein Sturm mit ohnehin schon hohen Windgeschwindigkeiten wird durch das Vorhandensein einer Stadt nicht verstärkt«, konstatiert Schatzmann, der am Zentrum für Meeres- und Klimaforschung städtische Stürme im Windkanal simuliert.

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