NOBELPREISTRÄGER Wirrer Denker
Schon wieder James Watson: Was soll man davon halten, wenn sich ein Nobelpreisträger selbst demontiert? Schwarze seien weniger intelligent als Weiße, verkündete der Mitentdecker der DNA-Struktur in der »Sunday Times«. Der Gegenschlag folgte sofort. Das Londoner Wissenschaftsmuseum lud den 79-Jährigen aus. Watson reiste eilig in die USA, weil ihn sein Arbeitgeber suspendiert hatte. Doch überraschen kann der Ausfall der greisen Forscherlegende nicht. Bereits 1997 sprach sich Watson für das Recht auf Abtreibung aus, wenn die Genanalyse zeige, dass das Kind eine homosexuelle Veranlagung besitze. Und 2003 verkündete er, Dummheit sei eine genetische Krankheit, die geheilt werden müsse. Irrsinn ist offenbar Prinzip am Lebensabend des greisen Forschers. »Die Menschen mit dem größten Sexualtrieb sind dicke Weiße, die sich leicht einen Sonnenbrand holen«, behauptete er im Jahr 2000. Einige Monate später hatten plötzlich Dunkelhäutige mehr Libido: »Darum spricht man auch von Latin Lovers. Man hat noch nie von English Lovers gehört, nur von einem ,Englischen Patienten'.«