ROHSTOFFE Zischende Energie-Reserve
Ein internationales Forscherteam an Bord des deutschen Spezialschiffes »Meteor« hat Hinweise dafür gefunden, dass auf dem Grund des Schwarzen Meeres ein unerwartet reichhaltiger Methanhydratspeicher schlummert. Das als mögliche Energiequelle der Zukunft geltende Fäulnisgas entsteht bei der Verwesung von Plankton, Algen und Fischen. Bei dem hohen Druck und den niedrigen Temperaturen am Meeresgrund wird das Gas zu Eisschichten verbacken, die sich durch die Sedimente ziehen. In zwei Bohrkernen entdeckten die Wissenschaftler mehrere dünne weiße Methanhydratlagen. Ein dritter, mehr als vier Meter langer Kern war fast auf der ganzen Länge mit vereisten Sumpfgaslagen durchsetzt, die sich beim Öffnen des Bohrkerns an Deck zischend zersetzten. Die Funde deuten nach Ansicht der Forscher auf ein massives Methanhydratvorkommen, das zudem überraschend nahe an der Sedimentoberfläche liegt und deshalb leicht zugänglich ist. Die Ausbeutung des eisigen Energieträgers, der in den Ozeanböden, aber auch in den Permafrostböden Sibiriens und Alaskas lagert, könnte dereinst die Bergung gewaltiger Brennstoffmengen ermöglichen.