
Wenn sie und ihre Schwester irgendwo hinwollten, liefen sie. Die Straßenbahn kostete zehn Pfennig

Karl Grünberg arbeitet als freier Autor für den Tagesspiegel. Er schreibt unter anderem für Nachrufe, Mehr Berlin, Sonntag.

Wenn sie und ihre Schwester irgendwo hinwollten, liefen sie. Die Straßenbahn kostete zehn Pfennig

Dreizehn Jahre Studium – nicht, weil er faul war. Er fand einfach alles spannend

Erst das Abitur nicht schaffen und dann Lehrer werden...

Ihren Chefredakteur hat sie mit einem Aschenbecher beworfen

Doch ihr Mann fand, Mutter und Beruf – das gehe nicht zusammen

„Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht“

Er baute ein Haus für die Familie, doch vor dem Einzug ging es schon wieder weiter

Schnell, schnell – das funktionierte bei all ihren Kindern nicht. Ruhe war gefragt.

Eine tolle Lehrerin. Doch Angst hatte sie vorm Feierabend, vor den Wochenenden und den Ferien

„Frank war eine Partymaus“, sagt Francesco. „Wie oft hat er mich ins KitKat geschleppt!“

So sehr vertiefte er sich ins Malen, dass er vergaß, zu essen, zu schlafen, rauszugehen, Geld zu verdienen

Die DDR sah ihn als Rinder- und Schweinezüchter, er sich als Pfarrer. Zweifel? Hatte er nie

Sie leitete einen Kindergarten und wollte etwas anders machen. Einen Blumenladen? Warum denn nicht.

Er war der tolle Onkel. Und auf einmal kam er nicht mehr. Warum war er verschwunden?

Die Kinder hatten Angst vor dem Atomkrieg und ein riesengroßes Interesse an der Welt.

Gern lauschte sie, was am Nachbartisch besprochen wurde: die große Liebe, Familiendrama... Beides hatte sie selbst erlebt

Er wollte seine Daseinsberechtigung behalten. So entschied er sich gegen sein Paradies am Rhein

Aufmüpfig war er, gab Widerworte, warf mal Steine und wollte überhaupt die Welt verbessern

Er verkaufte Goldhamster, schippte Kohlen, verkaufte Prospekte. Und er goss Fidel Castro einen Whisky ein. Eine Million wollte er verdienen

Einen Karriereplan gab es nicht. Wozu auch? Es gab die Freiheit.

Sie hätte sich nicht immer hintanstellen sollen, hätte durchaus mal auf den Tisch hauen können.

Er hätte ein düsteres Bild zeichnen können. Doch er fand immer ein hoffnungsvolles Detail

Ihr Laden: „ein Hausfrauen-Traum von Romantik und Rüschen, von Sehnsucht und Spitze“

Wie lange würde er bleiben? Würde er je zurückkommen? Keine Ahnung. Wozu auch, das Leben war jetzt.
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