Vorstandsgehälter: Die Leistungsbilanz der Konzernchefs
Rangliste Welche Konzernchefs ihr Gehalt verdient haben
Hamburg - Das Jahr 2010 war wenig erfreulich für Josef Ackermann. Der Chef der Deutschen Bank gab sich zwar mit rund 700.000 Euro weniger Gehalt zufrieden als 2009, die Aktionäre konnten mit seiner Leistung dennoch nicht glücklich sein.
Der Kursrutsch der Deutsche-Bank-Aktie im Jahr 2010 war so deutlich, dass auch die Dividendenzahlung das Jahr für sie nicht mehr retten konnte. Am Ende stand ein negativer Ertrag für die Aktionäre, ein Minus von 6,3 Prozent beim sogenannten Total Shareholder Return nach Eigenkapitalkosten. Da auch die Eigenkapitalrendite der Deutschen Bank in den Keller rauschte, stand Ackermanns immer noch üppigem Gehalt von rund 8,8 Millionen Euro nur ein schmaler Gegenwert gegenüber. Damit zählt Ackermann zu den Absteigern im Pay-Performance-Ranking des manager magazin - doch er ist nicht allein.
In Konzernen wie der HeidelbergCement, der Deutschen Telekom und der Deutschen Börse klafften Leistung und Bezahlung ebenfalls weit auseinander. Dies zeigt die umfangreiche Untersuchung, die das Magazin zusammen mit Joachim Schwalbach von der Berliner Humboldt-Universität und anderen renommierten Vergütungsexperten durchgeführt hat. Verglichen wurden die 30 größten börsennotierten deutschen Konzerne (Dax 30). Parallel dazu wurde auch eine Auswertung der Firmen vorgenommen, die im Börsenindex MDax notiert sind. Im zehnten Jahr zeigt das Pay-Performance-Ranking, welche Konzernchefs ihr Geld wert sind - und welche nicht.
Der Pharmakonzern Fresenius macht vor, wie's geht
Gemessen am Ertrag der Aktionäre und der erwirtschafteten Eigenkapitalrendite waren zum Beispiel Ackermann und Deutsche-Börse-Vorstandschef Reto Francioni für das Jahr 2010 schlicht und ergreifend überbezahlt (Methode siehe Kasten).
Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bot 2010 Fresenius-Chef Ulf Schneider. Für das fünftniedrigste Gehalt in Deutschlands Konzernelite lieferte der 45-Jährige zweistellige Eigenkapital- und Börsenrenditen. Damit ist er Maßstab für die Konkurrenz.