Weltraumtourist Tito "Wie fühlen Sie sich?" - "Großartig!"
Baikonur - Die "Sojus"-Rakete mit Tito und den beiden russischen Kosmonauten Talgat Musabajes und Juri Baturin an Bord hob am Samstagmorgen planmäßig um 09.37 Uhr MESZ vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab. Wie die Nachrichtenagentur Itar-Tass meldete, trennte sich die "Sojus"-Kapsel neun Minuten nach dem Start erfolgreich von der Trägerrakete und trat in die Erdumlaufbahn ein.
Fernsehbilder zeigten Tito mit Plexiglashelm und weißem Weltraumanzug, der an der Schulter mit einer US-Flagge dekoriert war. "Wie fühlen Sie sich, Dennis", fragte die Bodenkontrolle auf Englisch mit russischem Akzent. Tito lächelte und antwortete auf russisch: "Großartig."
Die drei Kosmonauten sollen am Montag die Internationale Raumstation erreichen. Für die einwöchige Reise hat der 60-jährige Tito bis zu 20 Millionen Dollar (rund 43 Millionen Mark) gezahlt. Mit diesem Flug beginne eine neue Ära der Raumfahrt, sagte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Juri Koptew.
Vereinbarung erst kurz vor dem Start
Ursprünglich hatte die Nasa die russische Raumfahrtbehörde aufgefordert, den Start der "Sojus" wegen technischer Probleme an der ISS zu verschieben. Am Freitag hatte die US-Raumfahrtbehörde jedoch mitgeteilt, sie habe mit der russischen Raumfahrtbehörde eine Vereinbarung getroffen, so dass der Start wie geplant stattfinden könne.
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Die "Sojus" solle auf Distanz zur ISS bleiben, falls die dort angedockte US-Raumfähre "Endeavour" nicht bis Montag die Weltraumstation verlassen habe, teilte die Nasa mit. Die "Endeavour" unterstützt nach technischen Problemen auf der ISS deren Verbindung zur Bodenstation. Die Nasa erklärte, die Reparaturarbeiten an der ISS gingen so gut voran, dass die "Endeavour" möglicherweise am Sonntag von der Station abdocken könne.
Der Leiter der Raumfahrtflüge bei der Nasa, Phil Engelauf, hatte gesagt, die "Sojus"-Kapsel würde "ungemütlich nahe" an das Heck der "Endeavour" herankommen, wenn sie vor dem Ablegen der Raumfähre andocken würde. Die "Endeavour" hätte ursprünglich am Samstag von der ISS ablegen sollen.
Tito verzichtet auf Schadenersatzansprüche gegen die Nasa
Die russische Raumfahrtbehörde hatte der Nasa vorgeworfen, die technischen Probleme an Bord der ISS übertrieben darzustellen, weil sie gegen die Reise Titos sei. Der Sprecher der russischen Raumfahrbehörde, Sergej Gorbunow, sagte: "Wir sagen den Amerikanern, dass die Probleme nicht technischer, sondern politischer Natur sind."
Die Nasa hatte sich lange Zeit aus Sicherheitsgründen gegen die Reise des 61-jährigen Tito ausgesprochen, dieser jedoch schließlich unter Auflagen zugestimmt. Tito musste versichern, für alle von ihm angerichteten Schäden auf der ISS aufzukommen. Außerdem musste er für den Fall eines Unglücks auf Schadenersatzansprüche gegen die Nasa verzichten.