MadridSpanien wirft Krebs-Helfer raus
Die spanische Regierung will per Gesetz Spenden-Aufrufe der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) verbieten und die Krebs-Helfer aus dem Land werfen. Der in Deutschland hoch angesehenen DKMS könnte ein zermürbender juristischer Streit drohen. Für zahlreiche Blutkrebs-Patienten weltweit sei Deutschland die letzte Hoffnung: "Nirgendwo sonst gibt es ein so professionelles System, um Leukämiekranken den passenden Spender für eine lebensrettende Stammzelltransplantation zu vermitteln", sagt Carlheinz Müller, Geschäftsführer des unabhängigen Zentralen Knochenmarkspender-Registers (ZKRD) in Ulm. Von den 19,1 Millionen Menschen, die in der internationalen Datenbank Bone Marrow Donors Worldwide erfasst sind, stammen 4,4 Millionen aus Deutschland. Fünf Prozent der Deutschen sind registriert — aber nur 0,2 Prozent der Spanier. Die spanischen Behörden weisen die Kritik zurück und setzen auf Spenden von Nabelschnurblut. Das sei effektiver, als mit erwachsenen Stammzell-Spendern zu arbeiten. Von einer "Gefahr für das gesamte spanische Transplantationsmodell" hatte der Leiter der spanischen Transplantations-Behörde, Rafael Matesanz, zuvor mit Blick auf die DKMS-Aktivitäten in Spanien gesprochen. Schließlich gehöre Spanien bei der Transplantation von Organen zu den führenden Ländern in der Welt. Die deutschen Experten verweisen auf internationale Zahlen: "Im Jahr 2010 haben 4000 Deutsche für Patienten im Ausland Blutstammzellen gespendet, aber nur 320 deutsche Patienten waren auf eine Spende aus dem Ausland angewiesen", sagt Müller. Schon jetzt komme die Hälfte der in Spanien benötigten Knochenmarkspenden aus Deutschland.