Leserforum
Praxiserfahrung
Schwerpunkt „KI-Fakes sicher erkennen“, c’t 17/2026, S. 18 ff.
Ich befinde mich momentan im Studium und schreibe dementsprechend auch einige Hausarbeiten. Bei meiner letzten Arbeit, in die kein Wort KI geflossen ist, wurde mir von mehreren KI-Detektoren bescheinigt, dass es sich bei 80 Prozent des Textes um KI handelt. Zum Glück ist das Ganze rechtlich für die Universitäten nicht haltbar.
HerzensguterAdminsitrator
Keine Erinnerung
Ich kenne es andersherum: Wenn ich Texte mit KI erarbeite, kopiere ich fertige Abschnitte gerne als Text an den Anfang des Erarbeitungsvorgangs, um diesen 1:1 ausgeben zu lassen, damit der Chat nicht zu lang wird. Claude zickt dann gerne und meint, ich würde eine Urheberrechtsverletzung begehen. Es erkennt in einem Chat nicht, was wir zuvor gemeinsam erarbeitet haben, wenn ich im gleichen Chat einen neuen Zweig aufmache.
rx
Wogen der Aufregung
Es ist schon zwei bis drei Jahre her, da war meine Frau als Gymnasiallehrerin am Bewerten von Wissenschafts-Seminararbeiten, als im Lehrerchat ein Kollege vor KI-Nutzung in solchen Arbeiten warnte. Er habe ChatGPT einen Text zur Prüfung vorgelegt und es habe sich „erinnert“, diesen geschrieben zu haben.
Nun kann ein LLM-basierter ChatBot sich unmöglich an alle jemals generierten Texte „erinnern“ und das LLM ist in der Regel auch nicht darauf trainiert, die Wahrscheinlichkeit zu schätzen, dass ein Text von ihm generiert wurde. OpenAI hatte solche Tools zwar kurzzeitig angeboten, aber schnell wieder zurückgezogen, weil sie völlig unzuverlässig waren.
Ich habe also mit verschiedenen älteren Texten (Projekt Gutenberg) das Vorgehen mit ChatGPT nachgespielt und es war damals sehr oft der Meinung, die Texte stammten zu 100 Prozent von ihm selbst. Die Art der Fragestellung hatte dabei einen gewissen Einfluss. Wir haben dann im Lehrerchat die Wogen der Aufregung bezüglich angeblicher massenhafter KI-Nutzung etwas glätten können.
Gurki
Irrelevant
Ob ein Text von einem Menschen stammt oder von einer KI, ist irrelevant. Relevant ist der Inhalt und ob ein Mensch die Verantwortung dafür übernimmt, sowohl was die Lorbeeren als auch die Kritik betrifft. Ein gut gegengelesener und gegebenenfalls nachbearbeiteter Text einer KI ist mir lieber als ein schlecht hingerotzter Text eines Menschen. Deshalb sind solche KI-Detektoren schlicht und einfach überflüssig. Sie messen etwas, das vollkommen irrelevant ist. Und das auch noch falsch.
foobar
Pure Not
Standpunkt „Apple lässt sich die Speicherkrise vergolden“, c’t 18/2026, S. 3
Darauf, dass Apple niedrigere Kosten an seine Kundschaft weitergibt, können Sie lange warten, es steht ihrem Geschäftsmodell diametral entgegen. Die Arbeiter bei Foxconn bauen an sechs Tagen in der Woche in 10- bis 12-Stunden-Schichten Apple-Produkte, für etwa 600 Euro im Monat, unter zum Teil unwürdigen Bedingungen. Foxconn erzielt damit eine Rendite von 3 Prozent, während diese bei Apple um die 30 Prozent liegt. Apple ist wirklich zu bedauern, dass sie aus purer Not schon Ausnahmegenehmigungen von der US-Sanktionierung gegen CXMT und YMTC [chinesische Speicherhersteller, Anm. d. Red.] beantragen.
Michael Carstens-Behrens
Potenzierte Bedrohungswelt
Schwerpunkt „KI bringt IT-Security ins Schleudern“, c’t 18/2026, S. 14 ff.
Das Ende des Supports für Windows 10 in diesem Kontext ist wie die Einladung, die halbe Welt zu hacken. Der Zeitpunkt könnte nicht ungelegener kommen, da noch derart viele Rechner damit laufen, die aufgrund von Microsofts Profitpolitik willkürlich nicht auf Windows 11 upgraden können.
Dass Windows 11 auf sehr viel mehr Rechnern läuft, als Microsoft behauptet, demonstriere ich regelmäßig in meinem Umfeld erfolgreich durch eben jenes „unmögliche“ Upgrade. Argumente, dieses Vorgehen sei wegen möglicherweise in Zukunft ausbleibender Updates gefährlich, wische ich mit einem schnellen Streich von der Hand: Lieber die nächsten zwei Jahre versorgt sein und damit das System besser geschützt näher an den Zeitpunkt seines physischen Ablebens führen, als jetzt reihenweise Scheunentore für eine vielfach potenzierte Bedrohungswelt offenzuhalten.
Rändelschraube
Besorgniserregend
Ich finde es besorgniserregend, wenn einige Firmen ihre Software nicht im Griff haben. Wenn sie augenscheinlich nicht in der Lage sind, abgeschottete Umgebungen aufzubauen. Ich finde es besorgniserregend, wenn Firmen schneller IT Sicherheitsprobleme in ihre Software einbauen, als IT Sicherheitsprobleme zu lösen.
Ich finde es besorgniserregend, wenn die Firmen dann auch noch hoch bezahlte Spezialisten haben, die kontinuierlich Anfängerfehler machen. Ich finde es besorgniserregend, wenn Marketing wichtiger als Substanz wird.
hortensio
Vorteiliger Effekt
Telekom muss Glasfaseranschluss in Mehrfamilienhaus abbauen, c’t 18/2026, S. 34
Ich sehe die Sache nicht so, dass die Lage für den Endkunden verworren sei oder bliebe, ganz im Gegenteil. Es war schon immer im Mietrecht der Fall, dass bei Änderungen an der Gebäudesubstanz der Vermieter ein Mitspracherecht hat.
Das Urteil hat den vorteiligen Effekt der Rechtssicherheit, sowohl für den Vermieter, als auch für den Mieter sowie die Firma, die Glasfaser auszubauen gedenkt. Dass das keine „Nebenbei“-Sache ist, das fängt schon damit an, wie die Glasfaser vom Bürgersteig ins Haus gelegt wird: Unsachgemäße Arbeit oder gar Pfusch können im schlimmsten Fall die Substanz des kompletten Gebäudes zerstören. Das ist definitiv etwas, was ein Mieter allein nicht zu entscheiden hat. Wünscht er Glasfaser, so hat er sich zuerst an seinen Vermieter zu wenden.
Michael Schauberger
Was offline geht
Vier Balkonkraftwerke mit integriertem Speicher im Test, c’t 18/2026, S. 78
Ich finde es wichtig, dass meine haustechnischen Anlagen ohne Internetzugang funktionieren und auch dann noch, wenn der Anbieter seine Dienste, aus welchem Grund auch immer, einstellt. Bitte gebt doch bei Testberichten von Balkonkraftwerken und Speicher auch immer an, was passiert, wenn die Internetverbindung unterbrochen ist, und ob sie auch ohne App noch irgendwie gesteuert werden können.
O. Jahn
Über WLAN kann man mit den Apps einfache Funktionen wie Timer auch bei Ausfall der Internetverbindung noch manuell steuern. Smart sind die Anlagen dann aber nicht mehr.
Probleme im Hausnetz
Breitbandausbau: Zwischen Notwendigkeit und Panikmache, c’t 18/2026, S. 100
Die im Beitrag genannten Fakten treffen zu, beleuchten jedoch nur einen Teil der Problematik. Die NE4 (das Hausnetz) wird nicht erwähnt, stellt Kabelnetzbetreiber jedoch ebenfalls vor erhebliche Herausforderungen.
Der Aufwand, die Glasfaser bis in die Wohnung zu installieren, wird von vielen Hausverwaltungen und Eigentümern (kurz WoWi) gescheut. Oft wird das nur zusammen mit anderen Modernisierungsarbeiten ausgeführt, was häufig die Wartezeit auf Glasfaser verlängert, obwohl sie in der Straße verfügbar ist. Teils bauen die Telkofirmen mit Gestattung der WoWi auf eigene Rechnung die NE4 aus – jede Wohnung erhält einen Faserabschluss – in der Hoffnung, die Investition über neue Kundenverträge wieder einspielen zu können.
Das ist für Mieter im Grunde eine gute Sache, da kein Anschlusszwang besteht und vor allem diese Modernisierung nicht auf die Miete umgelegt wird. Spielen hier jedoch nicht alle Mieter mit und verweigern den Wohnungszutritt, so erhöht sich der Ausbauaufwand. Unter Umständen wird das Objekt dann vom Ausbau ausgelassen – dann müssen die Mieter warten, bis die WoWi selbst tätig wird.
Steffen Milke
Auf den Arm genommen?
Standpunkt „Bundesbürokratie Deutschland“, c’t 17/2026, S. 3
Ich habe für meine 85-jährige Mutter, die mit den Apps der Krankenversicherung und der Beamtenbeihilfe nicht mehr zurechtkam, Rechnungen eingereicht, und die Zahlung der Beihilfe verspätete sich sehr. Als ich telefonisch nachfragte, bekam ich die Antwort, dass kein Antrag eingegangen sei. Auf meinen Einwand, dass ich den Antrag in der App als eingegangen sehen und aufrufen könne, erklärte die freundliche Sachbearbeiterin, dass der Antrag dann wohl in der Scanstelle verloren gegangen sei. Dort würden alle Anträge ausgedruckt und erneut gescannt.
Den Antrag habe ich noch einmal senden müssen. Ich frage mich, ob mich die Sachbearbeiterin auf den Arm genommen hat, glaube aber nicht recht daran.
Thomas Wailersbacher
Augenwischerei
Von 1 Zoll bis Mittelformat: Die besten Kompaktkameras für Urlaub und Alltag, c’t 17/2026, S. 64
Bei dem Artikel hätte man stärker auf die Bedienung achten sollen. Ich besitze eine PowerShot G7 X Mark II, die in die Jahre gekommen ist. Nun kaufte ich mir eine Sony RX100 VII. Die Bildqualität ist super. Von der Bedienung her ist diese Kamera irgendwo vor 15 Jahren stehen geblieben. Da muss man noch hundert Kamerafunktionen mit fünf Tasten steuern. Die „Bedienung per Touch-Funktion“ ist Augenwischerei. Damit kann man nur Schärfepunkte anwählen und ein Foto auslösen. Die Canon war schon damals voll touchfähig, für alle Funktionen.
Uwe Konrad
Wir freuen uns über Post
- redaktion@ct.de
- c't Forum
- c't magazin
- ct_magazin
- @ct_Magazin
- c't magazin
-
Ausgewählte Zuschriften drucken wir ab. Bei Bedarf kürzen wir sinnwahrend.
Antworten sind kursiv gesetzt. - Anonyme Hinweise www.heise.de/investigativ
Fragen zu Artikeln
- Bitte senden Sie uns Ihre Fragen per E-Mail an die Adresse des Redakteurs, die am Ende des Artikels steht.