Kommunalwahl in Niedersachsen: AfD-Kandidatin zählt Stimmen, obwohl sie selbst Kandidatin war - DER SPIEGEL
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Bei Kommunalwahl in Niedersachsen AfD-Kandidatin in Buchholz zählte Stimmen, obwohl sie selbst Kandidatin war

Im niedersächsischen Buchholz in der Nordheide kandidierte eine AfD-Politikerin für Kreistag, Stadtrat und Ortsrat – und betätigte sich trotzdem bei der Stimmenauszählung. Das Wahlergebnis bleibt dennoch gültig.
Wahlhelfer zählen Stimmen (Symbolbild)
Wahlhelfer zählen Stimmen (Symbolbild)

Wahlhelfer zählen Stimmen (Symbolbild)

Foto: Michael Matthey / dpa

Eine AfD-Politikerin hat bei der Kommunalwahl Stimmen mitausgezählt, obwohl sie selbst Kandidatin war. Das bestätigte die Landeswahlleitung in Niedersachsen mit Verweis auf eine Stellungnahme der zuständigen Stadt Buchholz in der Nordheide. Demnach war die Frau als Wahlhelferin aktiv, »obwohl sie für den Kreistag, den Stadtrat und den Ortsrat kandidierte«.

Sie habe dabei nur Stimmen für die Bürgermeisterwahl ausgezählt sowie Stimmzettel ausgegeben. Die Stimmen für die drei Kommunalparlamente, für die sie selbst kandidierte, habe sie nicht mit ausgezählt. Nach Bekanntwerden ihrer Kandidatur habe der Wahlvorstand dies verhindert. Wie genau der Interessenkonflikt auffiel, ist nicht bekannt. Zuvor hatte das Portal »Buchholz Aktuell« berichtet.

Gültigkeit der Wahl gewährleistet

Laut Landeswahlleitung hätte die Politikerin allerdings auch die Bürgermeisterwahl nicht mit auszählen dürfen. Nach Bekanntwerden ihrer Kandidatur am Wahltag hätte auf einen weiteren Einsatz im Wahlvorstand verzichtet werden müssen. Den Angaben nach wies die Politikerin nicht selbst auf ihre Kandidaturen hin. Der Stadt seien die Kandidaturen nicht bekannt gewesen.

Hintergrund ist den Angaben nach eine sogenannte Schutzvorschrift, mit der die Beeinflussung von Wahlergebnissen, bei denen Wahlhelfer selbst kandidieren, verhindert werden soll. Bei der Bürgermeisterwahl habe dieser Interessenkonflikt aber nicht bestanden. Laut Landeswahlleitung gebe es keine Anhaltspunkte für eine Einflussnahme auf das Wahlergebnis der Kommunalparlamente. »Zweifel an der Richtigkeit dieser Wahlergebnisse ergeben sich daraus nicht.« Die Gültigkeit der Wahlen werde nicht infrage gestellt.

Bei der Kommunalwahl in Niedersachsen Mitte September ist die CDU auf Gemeindeebene stärkste Kraft geworden. Dort lag sie dem am Mittwoch in Hannover von der Wahlleitung veröffentlichten vorläufigen Ergebnis zufolge mit 28,8 Prozent vor der SPD mit 24,9 Prozent. Die Grünen wurden mit 12,5 Prozent drittstärkste Kraft vor der AfD, die 11,1 Prozent für sich verbuchte. Wählervereinigungen erhielten insgesamt 13,3 Prozent, die Linke lag bei 3,9 Prozent, die FDP kam auf 3,1 Prozent.

fin/dpa-AFX/AFP