Nach langer Haft und Hausarrest Britisch-iranische Staatsbürgerin Zaghari-Ratcliffe darf Iran verlassen
Nazanin Zaghari-Ratcliffe darf nach langem Zwangsaufenthalt in Iran wieder zurück nach Großbritannien
Foto: Uncredited/ APNach fast sechs Jahren darf die inhaftierte britisch-iranische Staatsbürgerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe Iran verlassen. Das bestätigte Irans Justiz. Zuvor hatte die britische Politikerin Tulip Siddiq, die sich für die Freilassung ihrer Landsfrau eingesetzt hatte, auf Twitter bekanntgegeben, dass sich Zaghari-Ratcliffe auf dem Weg zum Teheraner Flughafen befinde.
Laut Zaghari-Ratcliffes Anwalt wurde auch die ebenfalls iranischstämmige britische Staatsbürgerin Anousheh Ashouri freigelassen. Eine offizielle Bestätigung hierfür gibt es noch nicht.
Nazanin is at the airport in Tehran and on her way home.
— Tulip Siddiq (@TulipSiddiq) March 16, 2022
I came into politics to make a difference, and right now I’m feeling like I have.
More details to follow. #FreeNazanin
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Zaghari-Ratcliffe hatte zuletzt unter Hausarrest gestanden und diese Woche erst ihren britischen Pass zurückerhalten. Ihr Ehemann Richard Ratcliffe, der mit seiner sechsjährigen Tochter Gabriella in Hampstead, London, lebt, hatte sich für ihre Freilassung eingesetzt und war im Oktober letzten Jahres in den Hungerstreik getreten.
Zaghari-Ratcliffes Schwägerin Rebecca Ratcliffe sagte der BBC, es sei ein »emotionaler Tag«. »Es fühlt sich an, als ob wir jetzt auf dem Heimweg sind, aber bis sie den Flughafen verlässt, können wir es nicht glauben«, sagte sie.
Johnson bestätigte Fortschritte bei Verhandlungen
Der britische Premierminister Boris Johnson hatte am Morgen bestätigt, dass ein Verhandlungsteam in Teheran an Zaghari-Ratcliffes Freilassung arbeite und Fortschritte mache. Johnson äußerte sich während eines Besuchs im Nahen Osten.
Der Fall sorgt seit Jahren für Streit zwischen Teheran und London. 2016 war Zaghari-Ratcliffe, die bei der Journalisten-Stiftung von Thomson Reuters arbeitete, nach einem Besuch bei ihren Eltern in Südiran verhaftet worden. Der heute 44-Jährigen wurde unter anderem Spionage vorgeworfen. Sie soll mit einem ausländischen Netzwerk versucht haben, das Regime in Iran zu stürzen, so der Vorwurf. Obwohl die Britin alle Anklagepunkte gegen sich vehement zurückwies, wurde sie von einem Revolutionsgericht verurteilt.
Ashouri wurde 2019 wegen Spionage für den israelischen Mossad zu zehn Jahren Gefängnis und wegen »Erlangung unrechtmäßigen Reichtums« zu zwei Jahren Haft verurteilt, wie die iranische Justiz mitteilte.